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Neuzeit aber müssen wir die Lösung des Problems der Heilung der Netzhautablösung betrachten. Dieses gefürchtete Augenleiden, das besonders Kurzsichtige bedroht, aber auch in höherem Alter in normalen Augen von selbst entstehen kann, ebenso durch Verletzungen verursacht wird, brachte die meisten Augen zur Erblindung. Noch bis vor wenigen Jahren ergaben Statistiken nur eine Heilung der Netzhautablösung in 6% der der Fälle. Die große Anzahl von Operationsmethoden, die immer wieder von neuem angegeben wurden, bewies allein, daß keine auch nur einigermaßen befriedigte. Es ist das grobe Ver- dienst des Schweizers Gonin, die Therapie der Netzhaut- ablösung auf eine sichere Grundlage gestellt zu haben. Er wies nach, daß minimale Zerreißungen der Netzhaut die häufigste Ursache der Netzhautablösungen waren und daß nur der Verschluß dieser kleinen Löcher durch thermische Wirkung die Wieder- anlage der lichtempfindlichen Haut an die ernäh- rende Aderhaut bewirken kann. Dieser Grundgedanke hat sich als richtig und durchführbar erwiesen, die Methode ist in den letzten Jahren durch die Anwendung der Elektrokoagulation mit hochfrequenten Strömen derartig vervollkommnet, dab man mit einer Heilung von 6080% rechnen kann, wenn nur die Erkrankten so früh wie irgend möglich sich dieser Behandlung unterziehen.

Als Fortschritte der Therapie in der Augenheilkunde seien hier auch die durch unsere hochwertige deutsche optische Industrie ermöglichte bessere Korrektur aller Refrak- tionsanomalien und Schwachsichtigkeiten erwähnt, durch die viele Erwerbsbeschränkte wieder voll erwerbsfähig wurden und manchen Kriegsbeschädigten ihr reduziertes Sehvermögen soweit gebessert werden konnte, daß sie mit Hilfe sogen. Fern- rohrbrillen und hochwertiger Leselupen eine gewisse Selbständig- keit wiedererlangten.

Werfen wir die Frage auf, in welcher Weise und in wel- chem Umfang die Ergebnisse der Augenheilkunde im Welt- krieg unserem Volke von Nutzen gewesen sind, so ist zunächst auf die enorme Vermehrung der Augenverletzungen durch die neue Art der Kriegsführung hinzuweisen. Betrug die Zahl der Augenverletzten im Kriege 70% 1 kaum 1, so stieg diese Zahl im Weltkrieg auf fast 10%. Der Grabenkampf exponierte ja besonders den Kopf und damit die Augen, die modernen Brisanz-