lichen Entwicklungstendenzen, durch eine Vergewaltigung der Natur erreichen zu können. Wie jedes Abweichen von ihren ehernen Gesetzen hat sich dieses Vorgehen bitter gerächt. Wir können die Gesetze der Natur nicht abbiegen, sondern nur in Anlehnung an sie und mit geringster Störung ihrer natürlichen Harmonie unsere menschlichen Ziele erreichen. Weil das nicht beachtet wurde, so entstand daraus auf weiten Gebieten Mittel- europas ein un zweckmäßiger Waldaufbau und eine ebensolche Waldzusammensetzung als eine Folge der früheren Waldbau- technik, die der Harmonie des Waldes schwere Wunden ge- schlagen hat, die sich in Insekten- und Pilzkalamitäten, in Boden- und Produktionsrückgang äußern. Es ist die Aufgabe der Zu- kunft, die Grenze zu finden, bis zu der menschliche Tätigkeit, menschliche Bedarfsdeckung gehen kann, um die Einheit des Waldes und damit ihr biologisches Gleichgewicht wenigstens im Groben zu wahren, jenseits der aber die natürliche Ordnung nicht nur akut, sondern chronisch gestört wird, durch Vergleich mit dem naturnormalen Waldzustand vorhandene Störungen aufzu- decken und Mittel und Wege zu finden, daß die Harmonie des Waldes überall dort, wo sie verletzt worden ist, in Anlehnung an die natürliche Entwicklung wieder hergestellt wird, wo sie aber noch vorhanden ist, sie als kostbares Gut zu pflegen und zu er- halten, so wie das Vorbild des naturnormalen Waldes es uns lehrt. Daraus ergeben sich die speziellen Aufgaben der Waldbau- technik der Zukunft, die freilich hier nur angedeutet werden können. Es kommt in Betracht die Holzartenwahl im Walde, die Festsetzung des Verjüngungs-, des Durchforstungsziels, des künf- ligen Bestockungs- und Waldaufbaues, der Bodenpflege, der Waldhygiene im weitesten Begriff, kurz des sog. Betriebsziels. Auf einem Buchen- oder Eichenstandort darf die autochthone Buchen- und Eichenbestockung nicht restlos verdrängt und durch die in der ersten Generation vielleicht rentablere Fichte oder Kiefer ersetzt werden, sondern den ursprünglichen standorts- gemäßen Holzarten muß wenigstens ein bestimmter Anteil an der Waldzusammensetzung auch in der Zukunft eingeräumt werden. Linde, Ulme, Ahorn, Erle, Birke, zahlreiche Sträucher, selbst Kräuter sind aus dem modernen Kunstwald ausgeschieden, müssen aber zur Herstellung der Harmonie wieder eingebürgert werden. Im gemischten Wald allein entwickelt sich jenes reiche Tier- leben, das ausgeglichen in seinen Gliedern ist, ein Gleichmaßb
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Schriften der hessischen Hochschulen / Universität Giessen
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