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fahren, seine natürliche Gesundheit anlangt, in einem biologi- schen Optimalzustand befindet, eingreifen, um das Wachstum in eine besondere Richtung zu lenken, um astreines, vollholziges, gleichmäßig erwachsenes Nutzholz zu erzeugen, er muß Bäume entnehmen, fällen, um der Volkswirtschaft die begehrten Holz- sortimente zu liefern. Ein Widerstreit zwischen dem natürlichen Prinzip, das durch die naturnormale Entwicklung des Waldes gegeben ist, und dem ökonomischen Streben nach größtmög- lichem Gewinn aus dem Wald ist dabei unvermeidlich, eine vor- übergehende Störung der Harmonie im Walde meist unausbleib- lich. Dabei ist zu berücksichtigen, daß dem Forstwirt zum Aus- gleich dieser Störungen fast nur der Naturfaktor zur Verfügung steht. Die Landwirtschaft kann durch Bodenbearbeitung und Düngung alle Störungen in der natürlichen Entwicklung wieder gutmachen, durch entsprechende Sortenwahl und Fruchtwechsel Mißgrifke auf pflanzensoziologischem Gebiete ausgleichen. Der arbeitsextensiven Forstwirtschaft stehen solche künstlichen Mittel bei den sehr langen, durchschnittlich 100 jährigen Zeitperioden der Produktion und den sehr großen Räumen, auf denen sie produziert, aus geldlichen Gründen nur in ganz geringem Maße zur Verfügung. Sie muß zum Ausgleich alle Störungen der Har- monie im Walde und fast aller Nutzungen sind das die Natur allein wirken lassen. Es muß daher dem Forstwirt oberste Richtlinie für seine Maßnahmen sein, daß alle Eingriffe in den Wald zwecks Nutzung von Waldprodukten nur in engster An- lehnung an die natürliche Entwicklung des Waldes und mit geringster Störung der Waldharmonie vorgenommen werden dür- fen. Die Wirtschaftsführung darf sich nicht in Widerspruch setzen zu den naturgesetzlichen Grundlagen, sie muß aus ihnen vielmehr als etwas Naturgewolltem herauswachsen, wirtschaft- liche und biologische Forderungen müssen möglichst im Ein- klang stehen. Im Zweifelsfalle gebührt dem natürlichen Prinzip der Primat vor dem ökonomischen, nicht umgekehrt. Ist Letz- teres der Fall, dann geht die Nutzung auf Kosten der dauernd gleichen Ertragsfähigkeit des Waldes, seiner Nachhaltigkeit, die zum innersten Wesen der Forstwirtschaft gehört, die Nutzung Wied zum Raubbau. Primum nil nocere gilt vor allem hier. In gewisser Vermessenheit glaubte der Mensch in der Vergangenheit Treilich nur zu oft und trotz aller Warnungen, die nie fehlten, seine egoistischen Ziele auch durch Außerachtlassung der natür-