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heiten sich erklären lassen, und deshalb nicht nur von idealem wissenschaftlichen, sondern auch von sehr realem praktischen Wert für die Forstwirtschaft wird. Das gegenwärtige Streben aller Fach wissenschaften geht über die Vereinzelung des Gegen- standes zur Ganzheit und Einheit. In Anlehnung an die allge- meine Pflanzensozidlogie, aber unter sinngemäßer Modifikation ihrer Arbeitsmethoden, muß sich als Spezialgebiet die forstliche Pflanzensoziologie abspalten, deren wissenschaftliches Objekt die Assoziation Wald ist. Während bisher meist nur die Baum- schicht des Waldes studiert wurde, wird künftig den Begleitern der Baumschicht, der Strauch-, Kraut-, Moos-, Pilz- und Bak terienschicht ein— theoretisch betrachtet— ebenbürtiger Platz in der forstwissenschaftlichen Forschung zukommen, da sie wich- tige Aufschlüsse auch über die ursprüngliche Zusammensetzung der Baumschicht und die Bodengüte zu geben vermögen. Nur aus der Ganzheitsbetrachtung des sozialen Gebildes Wald heraus werden sich die brennenden Fragen nach den natürlichen Ver- breitungsgrenzen unserer Wirtschaftsholzarten und nach ihrer Rassenbildung, nach der natürlichen Bildung von Mischwald und Reinbeständen, nach der Entwicklung des Bodens, nach der Ent- stehung von Rohhumus und Podsolierung, nach dem Holzarten- wechsel, nach der Verjüngung und Entwicklung des Waldes lösen lassen. Grundlage und Ausgangspunkt müßte der naturnormale Waldzustand sein, so etwa wie die Medizin vom gesunden Or- ganismus ausgeht, um im Anhalt an den durch ihn gegebenen Maß- stab die Störungen seiner Harmonie, den Krankheitszustand, zu erkennen. Leider muß aber erklärt werden, daß der naturnormale Zustand im mitteleuropäischen Wald infolge der jahrhunderte- langen unsachlichen Behandlung des Waldes, die bald rein will- kürlich erfolgte, bald nur oder wenigstens überwiegend durch ökonomische Gründe bestimmt wurde und besonders im 18. Jahr- hundert mit steigender Intensität der forstlichen Nutzung aus dein Naturgebilde Wald in Nachahmung der land wirtschaftlichen Produktionsweise ein Kunstprodukt machte, zur großen Selten- heit geworden ist, ein Umstand, der die soziologische Erfor- schung des Waldes bei uns sehr erschwert. Nur wenige Wald- teile in Mitteleuropa können uns noch Aufschluß geben, wie das ursprüngliche, natürliche Bild des Waldes bei uns ausgesehen hat. Das Studium keiner anderen Pflanzenformation hat auch nur annähernd mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aber sie


