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weder in der Art, wie ihre einheitlichen Reaktionen zustande- kommen, noch in der Art, wie ihre Entwicklung geregelt wird. Es ist daher ein Vorurteil, wenn man die Organismen als Lebens- einheiten besonderer Art in den Vordergrund stellt, ein Vorurteil, das der modernen Biologie nicht ansteht. Was Goethe von der Volksindividualität sagt:Die Ubereinstimmung im Ganzen macht ein jedes Geschöpf zu dem, was es ist, und so ist auch wieder jede Kreatur nur ein Ton, eine Schattierung einer groben Har- monie, die man auch im Großen und Ganzen studieren muß, sonst ist jeder Einzelne ein toter Buchstabe gilt wörtlich auch von der sozialen Pflanzeneinheit, die wir Wald nennen.

Die Tatsache aber, daß eine harmonische Einheit im natur- normalen Zustand im höchsten Maße lebenstüchtig und damit vom Standpunkt der Natur betrachtet auch ausgespro- chen zweckmäßig ist, das ist nachgerade ein Axiom, das keines Beweises bedarf.Die Welt ist vollkommen überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual. Erscheint es uns oft anders, so liegt das an der Unzulänglichkeit unserer Erkennt- nis oder an unserer anthropomorphischen Betrachtungsweise, in- dem wir das für den Menschen und seine Bedürfnisse Zweck- mäßige an Stelle des natürlichen, für die soziale Einheit des Waldes Zweckmäßigen setzen.

IV.

Welche Folgerungen können aus der Erkenntnis, daß der Wald nicht nur atomistisch einseitig in seinen einzelnen Bäumen, die freilich zunächst und vor allem Gegenstand der Produktion und der Nutzung und damit des wirtschaftlichen Interesses sind, sondern daneben und vor allem soziologisch, als soziales Ge- bilde, als harmonische und biologisch zweckmäßige Lebensein- heit, als Ganzes betrachtet werden muß, für Forstwissenschaft und Forstwirtschaft gezogen werden?

In erster Linie die, daß die soziologische Struktur der Assoziation Wald, ihre ökologischen Abhängigkeitsbeziehungen, ihr Sonderklima und ihr Sonderboden, ihre Entwicklung, ihre geographische Verbreitung und Systematik in Zukunft vielmehr als in der Vergangenheit in den Vordergrund forstwis- sehschaftlicher Forschung gestellt werden müssen, weil die Ganzheitsforschung ein besseres Verständnis der Lebensvor- günge vermittelt, aus dem Zusammenhang allein ihre Einzel-