und Kommensalverbindungen unterscheiden, durch die einerseits eiu Nutzen für die einzelnen Partner der Assoziation und die Lebensgemeinschaft im ganzen, andererseits Nachteile, der Kampf um den Lebensraum, um Licht und Nahrung entstehen. Durch dieses Spiel und Widerspiel der Kräfte sind die Einzel faktoren zur Ganzheit verkoppelt.
Die einfachsten Lebenseinheiten, die wir kennen, sind jene, die wir als Organismen bezeichnen. Von ihnen wissen wir be- stimmt, daß sie zugleich harmonische Einheiten sind in- sofern, als ihre einzelnen Teile, die Organe aufeinander abge- stimmt sind, sich in ihrer Tätigkeit ergänzen, Dauer und Stabi- lität und die Fähigkeit der nach bestimmten Gesetzen sich voll- ziehenden Selbstregulierung bei Störung des harmonischen Gleichgewichts besitzen. Ist die höhere, die soziale Einheit, die Formation Wald auch eine ähnliche harmonische Ein- heit? Wer sehenden Auges den Wald betrachtet, der kann die gegenseitige Entsprechung, den Einklang, die Ubereinstimmung der Teile des Waldes, der einzelnen Schichten im Waldaufbau und der einzelnen Individuen der Schichten mit Händen greifen. Es drängt sich jedem sogleich auf, wie jeder Teil seine Aufgabe hat, alle Teile organisch zusammenwirken, sich ergänzen, sich gegenseitig beschränken, voneinander abhängen und erst durch ihr Zusammenwirken ein lebensfähiges Ganzes bilden. Wo aber eine Störung der Harmonie eintritt, wo etwa Bäume einzeln oder klächenweise absterben, da ergänzt sich der Wald wieder gesetz- mäßig aus eigner Kraft, die Störung wird überwunden, das Gleichgewicht wieder hergestellt, der Wald bleibt als solcher, als biologische Einheit, erhalten. Im naturnormalen Wald,„o alles sich zum Ganzen webt, eins in dem anderen wirkt und lebt“ (Goethe), herrscht in der Tat ebenfalls höchste Harmonie, schön- ster Gleichklang, ausgeglichener Gleichgewichtszustand, ephar- monische Konvergenz. Der Botaniker Gradmann-Erlangen geht sogar so weit, daß er einen prinzipiellen Unterschied zwischen der Harmonie des Organismus und der höheren, der sozialen Einheit ablehnt. Er sagt):„Einer objektiven Betrachtungsweise gegenüber erscheinen alle harmonischen Lebenseinheiten als wesensgleich. Die Organismen zeigen keinerlei Sonderstellung,
) Hans Gradmann-Erlangen, die harmonische Lebenseinheit vom Standpunkt exakter Natur wissenschaft. Die Natur wissenschaften. Springer-Berlin. 1930. Heft 28 und 29.
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