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Die organische Ganzheit Wald besitzt aber nicht nur ein von der Umgebung abweichendes Sonderklima, schafft sich nicht nur eine eigenartige oberirdische Umwelt, die ihren Ansprüchen ganz besonders entspricht, sondern sie bildet auch den Boden nach besonderen Gesetzen so um, daß er ihr optimales Gedeihen sichert. Der Boden ist ja ganz allgemein in seiner Entwicklung und in seinen Eigenschaften keineswegs allein, meist nicht ein- mal hauptsächlich geologisch, sondern in besonderem Maße kli- matisch bedingt, eine Funktion des Klimas. Das Bestandssonder- klima wirkt sich somit auch auf die Bildung des Waldbodens aus. Daneben aber bereichert der Abfall der Blätter und Nadeln, der Knospen und Blütenschuppen der Baum- und Strauchschicht, die absterbende Kräuter- und Bodenschicht den Boden mit hu- mosen Bestandteilen, die Wurzeln aller Schichten, besonders der Baumschicht, durchziehen ihn bis in große Tiefen, lockern und durchlüften ihn, schließen die Nährstoffe auf. Der Schirm der Bäume verhindert die Bodenverhärtung durch den Auffall der Regentropfen, eine reiche Bodenfauna(Regenwürmer, Insekten aller Art, besonders Springschwänze), Bodenbakterien und Pilze lockern und krümeln ihn. Der Waldboden unterscheidet sich in seiner Architektur(Schichtenbau), seiner mechanischen Ju- sammensetzung, seinen chemischen, physikalischen und biolo- gischen Eigenschaften ganz wesentlich von jedem Freilandboden. Selbst Jahre nach der Umwandlung von Wald in Feld sind diese besonderen Waldbodeneigenschaften noch wirksam und nach- weisbar. Sind sie aber einmal durch langjährige Freilage und Bodenentblößbung verloren gegangen, so kann es Freilich Jahr- zehnte, ja die Zeitspanne einer Baumgeneration, ein Jahrhun- dert, dauern, bis sie sich wieder einfinden. Der neu entstehende Bestand muß sich den für ihn geeigneten optimalen Bodenzu- stand in mühsamer, langer Arbeit erst erneut schaffen und küm- mert nicht selten so lange, bis ihm das gelungen ist.

Wenn somit der Wald in seinem Innern ganz bestimmte Wechselwirkungen verschiedenster Art auslöst, die ihn zu einer in sich ausgeglichenen Ganzheit machen, so hat er andererseits die Kraft und die Mittel, sich als solche gegen die Um- welt zu behaupten zer ist auch in dieser Hinsicht eine scharf unterschiedene Einheit und besitzt Selbständigkeit nach a u hben. Hier kämpft der Wald gegen andere Formationen, gegen Wiese, Steppe, Zwergstrauchheide, Hoch- und Flachmoor, und