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Insekten und Pilzangriffen selbst im Wuchse nachläßt oder ab- stirbt. Dann benützt der bisher Unterdrückte sofort die Gelegen- heit, seinerseits die Vorherrschaft zu erringen und damit zum herrschenden Baum zu werden. Verschwindend klein nur ist die Zahl der endgültigen Sieger, der Auslese-Generation, gegenüber der der Besiegten. Während im 10jährigen Buchenbestand etwa 80- 100 000 Pflanzen auf dem Hektar stehen, finden sich im 120jährigen hiebsreifen Buchenaltholz noch 500 bis 600 Bäume, also noch H-6 n der ursprünglichen Baumzahl.

Ich habe schon erwähnt, daß die Baumschicht im Walde das Licht vom Boden und seiner Flora abschirmt. Die Baum- schicht verhindert dadurch auch eine stärkere Insolation auf dem Boden, sie hält einen großen Teil des Regens in den Kronen und Asten zurück, der hier ohne unmittelbaren Nutzen für die Vegetation wieder in Wasserdampf übergeht, anderer- seits schützt sie aber auch den Boden vor Verdunstung, ver- hindert die nächtliche Wär meausstrahlung, hält den aus trocknenden Wind und vernichtenden Sturm ab, er- höht die Luftfeuchtigkeit und den Kohlendioxydge- halt der Waldluft. In Verbindung mit der Wirkung der übrigen Pflanzenschichten bildet sich dadurch im Wald ein ganz beson- deres Klima, das Bestandsklima aus, das von dem allgemeinen Klima, dem Landklima im geläufigen Sinne, wie es die meteoro- logischen Stationen aufzeichnen und nachweisen, ganz wesent- lich abweicht, dem insbesondere die dem Freilandklima eigenen Extreme fehlen. Das Bestandsklima wird im maritimen Sinne verschoben. Es gleicht ganz dem Klima eines Treibhauses mit den ihm eigenen optimalen Vegetationsbedingungen. In diesem Mikroklima allein ist für zahlreiche, gegen Kälte, Hitze, Trok- kenheit, Windzug empfindliche Pflanzen, so besonders auch für die Keimlinge und die Jungpflanzen einer großen Anzahl unserer Waldbäume, die Möglichkeit der Ansiedlung und des frohen Ju- gendgedeihens gegeben, die ihnen im Freilandklima meist ver- sagt bleibt. Sobald ein Buchen- oder Tannenbestand etwa kahl- geschlagen wird, verschwindet damit fast stets auch der Buchen- und Tannenjungwuchs und die sonstige typische Buchen- oder Tannenflora, weil sie sich im Freilandklima mit seinen Extremen, mit seinen hohen Hitze- und Kältegraden, seiner stark wechseln- den Luftfeuchtigkeit, der großen Verdunstung des Bodens und der Transpiration der Pflanzen nicht zu halten vermag.