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des Menschseins, welche in bestimmten Menschengruppen zu bestimmten Zeiten verwirklicht sind. Diese Kulturgeschichte interessiert nicht das konkrete, einzelne zeitliche Geschehen als solches, sondern nur sofern ein Allgemeines, Zeitloses an ihm sichtbar wird. Ihre Grundkategorie ist das Symbol; alles Handeln hat für sie nur Bedeutung, sofern es symbolisch ist, d. h. allgemeine Möglichkeiten des Menschseins sichtbar macht. Oder aber: der Blick des historischen Forschers richtet sich auf das konkrete, zeitliche, einmalige Handeln und Geschehen als solches— wiederum natürlich nicht sofern es Nalur— ereignis ist, sondern sofern es ein Netz von Willensbeziehungen darstellt. Aber nun handelt es sich nicht um das Typische, menschheitllich Symbolische dieser Willensäußerungen, sondern um sie selbst in ihrer einmaligen Tatsächlichkeit. Aber wie sollte nun vergangene Willensäußberung in ihrer einmalig-Kkon- kreten Tatsächlichkeit mich interessieren können, es sei denn dadurch, dass der hier erscheinende Wille mich selbst als Willen betrifft, berührt, beansprucht? Das ist aber nur mög- lich, sofern dieser Wille gemeinschaftbildender Wille ist in bezug auf eine Gemeinschaft, in der ich selber stehe. Denn nur aufgrund einer zeitüberbrückenden Gemeinschaft kann ver— gangener Wille mich jetzt beanspruchender, gegenwärtiger Wille sein:). Ist diese Gemeinschaft das Volk, so sehen wir bier die grundsätzliche Aufgabe des politischen His to- rikers entspringen s). Den politischen Historiker beschäftigt grundsätzlich das Vergangene weder als Gestalt noch als Symbol. Sein Bemühen ist darauf gerichtet, in vergangenem Geschehen den volkbildenden Willen aufzudecken, sofern er dieses Volk und seine Glieder jetzt in der Gegenwart beansprucht. Das bedeutet aber: der politische Historiker kann nur insoweit seine Arbeit betreiben, als er sich selbst lebendig als Glied
seines Volkes weiß und fühlt. Oder— um es mit ge— wollter Einseitigkeit zu formulieren, zu der natürlich noch vieles zu bemerken wäre!— politische Geschichte des deutschen
Volkes kann nur von einem Deutschen geschrieben werden, der sich bewußt als Glied des deutschen Volkes weiß. Und politische Geschichte Frankreichs kann dieser Historiker nur schreiben, sofern sie die politische Geschichte des deutschen Volkes mit- bestimmt, d. h. also wirklich nur vom„deutschen Stand- punkt“ aus. Sonst wird sie ihm unter der Hand zu Kultur-


