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schmilzt in die neue werdende Einheit, und: das Bestehen von Volk ist gebunden an die lebendig erhaltene Erinnerung an solches volkbegründende Geschehen. In der Erinnerung aber können verschiedene Beziehungen zu dem Erinnerten im Vor dergrund stehen. Welches ist in diesem Fall die beherrschende Beziehung, auf die alles ankommt? Es ist kein Zweifel, dab in den viel zu vielen Gedächtnisfeiern, welche in der Gegenwart begangen werden, die ästhetische Beziehung zu dem Erinnerten beherrschend ist. Wir vergegenwärtigen uns in solchen Feiern in ästhetischer Schau die Gestalten der Dahin- gegangenen, denen unser anregungslüsternes Geschlecht nich! die Ruhe des Grabes gönnt. Aber diese ästhetische Beziehung zu dem Erinnerten kommt offenbar für unsere Frage nicht in Betracht. Wenn die Erinnerung vergangenen Geschehens das Dasein von Volk wesentlich mitbegründet, so muß solches Erinnern irgend eine bindende Kraft haben. Das ästhetische Verhalten zu dem Erinnerten aber bedeutet keine Bindung an dasselbe; es stellt sich hier das Erinnerte mir als ein Neutrales und im Grunde Fernes, in sich selbst Verharrendes gegenüber; nicht werde ich in das Erinnerte hineingestellt und hinein- gezogen, so daß es in seiner Vergangenheit mich als Gegen- wärtiges ergreift. Das muß aber doch offenbar der Fall sein, wenn die Erinnerung mich in gegenwärtige Gemeinschaft, näm- lich Volk hineinbinden und einschließen soll. Asthetische Er- innerung ist nicht Bindung, sondern Distanzierung gegenüber dem Erinnerten. Wir aber suchen eine Beziehung zu dem Er- innerten, welche Bindung sein soll. Wir können uns den Unterschied, um den es sich handelt, leicht verdeutlichen durch den Gedanken an unsere Feiern zum Gedächtnis unserer Ge- Fallenen. Wir alle wissen wohl, welch' ein Wagnis jede solche Feier ist, wie jede von der Sorge bedroht ist: wird es gelingen? Was ist dieses, um dessen Gelingen wir bangen? Das, was auf alle Fälle bei einigermaßen gewissenhafter Vorbereitung gelingen wird, ist die ästhetische Erinnerungsbeziehung, die Vorstellung, die ästhetische Vergegenwärtigung ihres Schick sals, ihres Sterbens. Aber darum handelt es sich eben offenbar nicht. Gerade das suchen wir nicht; wo wir nur das finden, da wenden wir uns verstummend ab, da empfinden wir eine Pein lichkeit. Wann ist die Feier erfüllt? Wenn unmittelbar ein Ruf unser Gewissen trifft, ein Wille von den Toten her unseren