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damit in ihrem Bereich verschiedene Volkheiten gebildet haben (englisches Sprachgebiet), auch nicht da, wo ein Volksgebiel verschiedene Sprachstämme in sich einbezieht, wie in dem gleich noch näher ins Auge zu fassenden Beispiel der Schweiz. Bei der Kultur aber ist nicht zu übersehen, daß sie eigentlich doch erst auf dem Boden eines schon vorhandenen, ja sogar eines schon vorhanden gewesenen Volkstums erblüht, also offenbar nicht das ursprünglich Begründende des Volkstums sein kann. Weiter aber ist eine einmal erblühte, in ihren For- men verfestigte Kultur bis zu einem gewissen Grade ablösbar von dem Volkstum, in dem sie erwachsen ist. Das zeigt die immer wieder in der Geschichte auftretende Erscheinung der Kulturübertragung. Die Möglichkeit solcher Kulturübertragung aber beweist zugleich, daß eine Kultur erhalten werden kann mindestens durch einen gewissen Zeitraum hindurch auch wenn das ihr zugeordnete Volkstum verschwindet, also auch, dab die Erhaltung einer Kultur noch nicht die Erhaltung des ursprünglich mit ihr verbundenen Volkstums garantiert. All- gemein wird man sagen dürfen, daß die Erhaltung einer Kultur ein sehr wesentliches Mittel zur Erhaltung eines Volkstums sein kann, daß man jedoch bei der Frage nach den primär begründenden Faktoren von Volkstum und Volksbewußtsein nicht auf die Kultur zurückgreifen kann. Das deutsche Volks- tum hat sich mitten in den Formen einer ihm ursprünglich fremden Kultur gebildet und erst das schon zustandegekommene deutsche Volkstum hat die Elemente dieser übertragenen Kultur, sein eigenes Lebensgefühl in sie eingiebend, umgebildet zur deutschen Kultur.

Es muß also wohl für das Zustandekommen und Bestehen von Volk außer den bisher betrachteten Elementen noch anderes in Betracht kommen, was primär das Werden und Sein von Volk begründet. Auf die Spur dieses noch zu suchenden Elementes sollen uns hier nicht begriffliche Erwägungen, son- dern die Betrachtung konkreter geschichtlicher Beispiele führen. Dabei wird nebenher auch das Verhältnis zweier Begriffe deut- licher werden, welche wir oft als fast gleichbedeutend zu ge- brauchen gewohnt sind, nämlichNation undVolk.

Die beiden Beispiele, an denen wir uns das Werden und Bestehen von Volk verdeutlichen wollen, haben den Vorzug, uns nicht ferne zu liegen. Das eine liefert uns die schweizerische