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sich diese Frage in vollem Ernste gegenwärtig zu halten. In dieser Zeit des 60 jährigen Gedenkens wird der Tag von Ver- sailles ja auch außerhalb ihrer Mauern begangen werden. In den letzten Jahren aber sind es wesentlich und in erster Linie die deutschen Hochschulen gewesen, welche für sich und ihren Bereich den 18. Januar als öffentlichen Feiertag festgehalten haben. Und da das eine sehr verantwortliche Sache ist inmitten der Verwirrung unseres ganzen öffentlichen Lebens, so müssen die deutschen Hochschulen sich wohl klar darüber sein, was sie tun mit ihrem betonten Festhalten des 18. Januar als nationalen Feiertags. Es gibt heute kaum ein hervortretendes Ereignis unserer nationalen Geschichte, an das sich nicht leiden- schaftlicher Streit der Meinungen und daher die Vertiekung der
verhängnisvollen Zwietracht und Gespaltenheit unsers Volkes
knüpfte. Die deutschen Hochschulen aber dürfen von sich. bekennen— und sie müssen heute von sich bekennen,— dab sie in diesen schweren Jahren der Zerrissenheit in ehrlichen Wollen bemüht waren, über das Trennende hinweg— oder besser durch alles Trennende hindurch— den Geist der Einig- keit, des Sichverstehens und Sichfindens im verantwortlichen Gedanken des Volkstums zu pflegen. Daraus ergibt sich schon, daß die deutschen Hochschulen mit der Feier des 18. Januar etwas durchaus Positives im Auge haben, dab sie damit ein- kach etwas behaupten wollen, was lebensnotwendig ist für das Bestehen des deutschen Volkes. Ist es so, dann mub man an den deutschen Hochschulen sich auch vollständig Klar darüber sein, daß die Feier dieses Tages wirklich eine Lebens- notwendigkeit unseres Volkes ist und warum sie das ist.
Lebensnotwendig für ein Volk ist auf alle Fälle das, was,
ein Volk werden läßt, das, was das Sein eines Volkes begründet. Die Kaiserproklamation des 18. Januar 1871 in Versailles ist ein historisches Faktum. Wenn wir behaupten, dab die ver- gegenwärtigende Gedenkfeier dieses Faktums eine Lebensnot- wendigkeit für unser Dasein als Volk ist, so haben wir eben damit behauptet, daßb ein historisches Faktum und seine Bewahrung im Gedächtnis zu den Dingen gehören können. welche das Werden und Sein eines Volkes begründen. Wollen wir uns klar darüber werden, ob das wirklich so ist, so sind wir vor die Frage gestellt, welches eigentlich die bildenden
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