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Ew. Magnifizenz! Hochansehnliche Festversammlung!
Liebe Kommilitonen!
Sechzig Jahre werden morgen vergangen sein seit der Stunde, an welcher zum ersten Mal das Haupt des seit dem 1. Januar 1871 neuge wonnenen Deutschen Reiches sich an den im neuen Reich geeinten Teil des deutschen Volkes wandte mit dem Gelöbnis, „allzeit Wahrer des Deutschen Reiches zu sein, nicht an kriege- rischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiet nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung.“ Zum ersten Male seit dem Untergang des Hohen- staufenreiches durfte das deutsche Volk in feierlicher Stunde einer wahrhaft politischen Einheit und Gestalt seiner selbst inne werden. Sechzig Jahre— wie kurz erscheint dieser Zeitraum, wie nah' liegt jene Stunde. Noch leben Frauen und Männer unter uns, die die Kunde von jener Stunde in Versailles als köstliche Jugenderinnerung bewahren. Und doch zugleich: wie kern ist jene Stunde. Wie unerhört hat sich das Tempo unseres öffentlichen Lebens gesteigert und hat die Länge der kurzen Jahrzehnte gedehnt. Eine ganze alte Welt scheint uns seit jenen Tagen untergegangen, wie in ein fremdes Zeitalter dringt der erinnernde Blick ein, vor allem aber: ein dunkler Schatten verhängt kür unsern Blick den damals so strahlenden Spiegelsaal von Versailles. Einen dumpfen und düsteren Klang sollte nach dem Willen des Feindes das Wort Versailles für das deutsche Ohr gewinnen; und dieser Wille hat sein Ziel erreicht. Versailles ist Trauerklang für uns geworden.
Ist damit jene helle und hohe Stunde von Versailles für uns versunken? Ist sie uns noch nah, oder ist sie in bedeutungs- lose Ferne gerückt? Die deutschen Hochschulen haben Grund,


