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Laune, von seiner ganzen Persönlichkeit. Es spielt eine Rolle. ob er auf seine Beschwerden aufmerksam gemacht oder durch Arbeit abgelenkt wird, ob Kummer oder Sorge ihn bedrücken. Wir machen immer wieder die Beobachtung, wie Berichte und Erzühlungen von anderen Kranken oder in medizinisch populären Schriften Gelesenes, unklare medizinische Kenntnisse von un- günstiger Wirkung auf die Psyche des Kranken sind. Ich rede hier nicht nur von sogenanntennervösen! Patienten, auch sonst ganz nüchterne und energische Menschen stehen unter diesen Einflüssen. Wir wissen es ja alle selbst, wie sehr Sen- sationen an unserem Körper durch bewußtes Beobachten deut- liche oder umgekehrt, selbst beträchtliche Schmerzen durch kesselnde Beschäftigung verschwinden können. Beim Kranken sind oft noch viel tiefere und kompliziertere seelische Zu sammenhänge wirksam.

Der gute Arzt fühlt sich in die Seele seines Kranken ein. Er hat Verständnis für das subjektive Leid seiner Patienten und weib vor allem durch die Einwirkung seiner Persönlich- keit keinen günstigen, für die Heilung seiner Krankheit oft aus- schlaggebenden Einfluß auszuüben.

Heute ist die Meinung weit verbreitet, daßb die sogenannte Schulmedizin die Seele des Kranken vernachlässige, Krankheiten bpehandele und nicht Kranke. Der bekannte Danziger Arzt Li eck unterscheidet sogenannte Mediziner und wahre Arzte und glaubt, daß die Mediziner in den Laboratorien auf unseren Hochschulen großgezogen würden, während es an wahren Arzten, die auch die Seele des Kranken berücksichtigen und ihn nicht als Or-

ganismus, wie den Organismus eines Versuchstieres ansehen, rehlt.

Wenn wir schon bei dieser unglücklichen Unterscheidung von Medizinern und Xrzten bleiben wollen, so behaupte ich, daß es zu allen Zeilen sogenannte Mediziner und zu allen Zeiten wahre Arzte gegeben hat. Der wahre Arzt ist keine Neuerschei nung der heutigen Zeit, ebenso wenig wie der Mediziner, und es ist nicht wahr, daßb die Schulmedizin vornehmlich den Letzteren heranzieht. Wahre Xrzte, die Verständnis und Mit- gefühl für das Leiden ihrer Patienten haben, hat es früher ge- geben und gibt es Gott sei Dank auch heute noch in grober Zahl. Dieses Mitgefühl ist meiner Meinung nach dem Menschen an-