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darf, der nachgewießenermaßen sich auch allgemein medizinisch gut vorgebildet hat.

Man redet heute bei der ärztlichen Kunst viel von Intuition. Nicht nur in der Medizin, sondern in allen Disziplinen der Wissenschaft spielt die Frage der Intuition eine große Rolle. Für den Arzt soll die Intuition bei seiner Diagnosenstellung, Therapie, überhaupt bei seiner ganzen Einstellung zum Patienten von ausschlaggebender Bedeutung sein. Es gibt Forscher, auch namhafte Arzte, die glauben, daß die Intuition und das aus ihr entsprungene Wissen die Grundlage der ärztlichen Kunst ist.

Die Frage der Intuition ist zweifellos eine außerordentlich schwierige und verwickelte und es ist klar, daß ich sie hier nur kurz streifen kann. Es stehen sich zwei Hauptansichten gegen- über. Die einen sehen in der Intuition eine neue Art der Er- kenntnis, eine durch die menschliche Entwicklung verbesserte Form des Instinktes, die sich äußert in einem rein gefühls- mäßigen Erfassen schwieriger Situationen unter Ausschaltung der Erfahrungen des Verstandes, eine übernatürliche göttliche Gabe, welche die Tätigkeit unseres Intellektes wesentlich er- gönzt und von ausschlaggebender Bedeutung für unser Handeln isl. Andere sehen in der Intuition keine neue Form des Er- kennens, leugnen auch ein Erkennen ohne Erfahrung. Für sie ist Intuition die Fähigkeit des genialen Menschen, schnell das Wichtige zu erfassen, richtig zu kombinieren, sofort in einem Gedanken zusammenzufassen und entsprechend zu handeln. Bumke, der Münchener Psychiater sucht uns die Intuition in folgender Weise klarzumachen(Eine Krisis der Medizin. München 1929, Max Haller Verlag):Alles Denken stellt Be- ziehungen zwischen Vorstellungen her, die zu den verschieden- sten Zeiten und in den verschiedensten Zusammenhängen er- worben sein können, und jedes Denken steigt in dem Grade an Wert, in dem es landläufige und herkömmliche Verbindungen löst und durch umfassendere und neue ersetzt. Das wird ge- wöhnlich durch bedächtiges Wägen, durch eine immer erneute Prüfung, durch gründliche und kritische Uberlegungen erreicht. Aber bei bedeutenden Menschen, und zwar nicht bloß bei Künstlern, sondern bei Staatsmännern und Feldherren, bei den Vorkämpfern der Industrie und des Handels und bei allen wirklich bahnbrechenden Forschern treten zuweilen glänzende Einfälle wirklich blitzartig auf. Was wir in Schlußfolgerungen