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zusammengebunden durch den Glauben zu einer wahren Ge— meinschaft, einer communio, wie Luther zu sagen pflegte“) — hier gibt die Augustana den Ton des Lutherschen Gedankens nicht ganz rein wieder—, die in gegenseitigem Dienst und lätiger Anteilnahme sich auswirkt. Diese Gemeinschaft kann nie nach dem Glauben sichtbar werden, wohl aber nach der Liebe. Sie ist kür den protestantischen Menschen der Augustana eine Wirklichkeit, die einzige Wirklichkeit, die den Namen Kirche verdient. Alle äußere Organisation der verfaßten Kirche ver— dient diesen Namen nur, soweit sie kirchenhaltig in diesem Sinne ist, soweit sie von dieser ganz innerlichen communio sanctorum getragen wird. Damit ist alles äußbere Kirchenlum in die Demut verwiesen. Es führt keine Vormundschaft über die Gläubigen, sondern weiß sich nur als Mittel in Gottes Hand. Am schönsten ist das in Art. Vader Augustana„Vom Predigt amt“ gesagt:„Solchen Glauben zu erlangen hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakrament geben, dadurch er als durch Mittel den heiligen Geist gibt, welcher den Glauben, wo und wann er will, in denen, so das Evangelium hören, wirkt.“ Darin ist Zuversicht und Bescheidung des evangelischen Pre- digers vorbildlich ausgesprochen: Gott hat das Predigtamt eingesetzl als sein Werkzeug—— und doch steht es unter dem Vorzeichen: wo und wann er will.“ Die Kirche dark auftragsgemäß dem sehnsüchtigen Glauben das Wort der Ver- heihung entgegentragen, aber sich niemals mit eigenem Recht und Anspruch zwischen beide drängen wollen. Daß die Augu— stana in der Auseinandersetzung mit der gegnerischen Lehre wiederum bis in alle Einzelheiten bei Messe, Speisegeboten und Kirchenbräuchen aller Art alles Rechtfertigende, alles vor Gott Sühnende aus dem kirchlichen Handeln tilgt, ist eine selbst- verständliche Folgerung, die ohne den Gegner kaum noch hätte ausgesprochen werden müssen.
In diese Kirche, in die ganz innerliche, verborgene, aber doch ganz lebendige und wirkliche Gemeinschaft weiß. sich der protestantische Mensch der Augsburgischen Konfession hin- eingestellt. Er fühlt sich in ihr umgriffen von dem göttlichen Verheißungs-, Vergebungs- und Erneuerungswort und wächst als ein natürliches Glied hinein in diesen Leib des Christus.
1) P. Althaus, Communio sanctorum, I. 1929.
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