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oder im Unterbewußtsein, sondern allein in einem klaren geistigen Akt und voller Wachheit. Verheifzung Gottes— Glaube des Menschen: allein auf dieser klaren geistigen Linie spielt sich das ganze innere Geschick des protestantischen Menschen ab.
Das klingt nüchtern— und ist es auch. Es klingt viel- leicht auch ärmlich. Das ist es freilich nicht. Denn der Er— lösungszusammenhang, in den der Mensch überführt wird, ist gleichzeitig neuer Schöpfungs zusammenhang. Was unter dem Eishauch der Gottesferne erstorben gelegen hatte, erwacht unter der belebenden Zuneigung Gottes zum Wachstum. In dem ausführlichen Art. XX„Vom Glauben und guten Wer- ken“ wehrt sich die Augustana gegen das unausrottbare, schon damals fast böswillig zu nennende gegnerische Mißverständnis, als gebe die Glaubenslehre der Reformation die Ethik preis, als verbiete man die guten Werke. Im Gegenteil, nicht eine Zerstörung, sondern eine tiefere Neubegründung der Ethik ist ihre Absicht. Nur muß das Vertrauen auf das Werk zunächst aus der Schlüsselstellung der Religion, dort wo der Mensch vor Gott Geltung erlangen will, aus dem Mittleramt zwischen Gott und dem Menschen vertrieben werden. Aber das Handeln Gottes am Menschen in der Erlösung ist für die Augustana zugleich eine Neuschöpfung.„Dieweil durch den Glauben der heilig Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werk zu tun“ 1). Beides kann nach evangelischem Verständnis überhaupt nicht auseinandergedacht werden. Es läßt sich kaum auf zwei Begriffe: Glaube und Werke verteilen. Denn Glaube ist immer erfüllter Glaube, in dem die ganze Dienstbereitschaft Gott gegenüber schon verborgen liegt. Und das Werk des protestantischen Menschen andererseits— das bezeugen auch Augustana und Apologie— gutes Werk nur deshalb, weil es aus der Zuversicht geschieht, Gott wohlzugefallen, und darum über Regel und Richtschnur hinaus sein inneres Gesetz aus dem Glauben erhält. Man vermißt es fast ein wenig, daß die Augustana dem nicht begrifflich noch schärferen Ausdruck verliehen hat, vor allem schon in dem Art. IV über die Recht- kertigung. Sie hätte aus Luther Wendungen übernehmen kön- nen, die die Einheit dieses schöpferischen Handelns Gottes noch unmittelbarer zur Anschauung brächten. Sachlich besteht
1) Bekenntnisschriften S. 7), 18.


