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ein schönes Büchlein; IIdVY Nui, Religiöse Lexte des Griechentums, in Verbindung mit Gerhard Kittel und Oo Weinreich herausgeg. von. ermann Kleinknecht, Stuttgart 1929. Es ist, wokür schon der Name Weinreich bürgt, eine ausgezeichnete Sammlung von griechischen Texten zur griechischen Religion ohne jede Erläuterung oder Uberselzung, wunderbar geeignet zur Grundlage für religionsgeschichtliche Ubungen reifer Philologie- und Theologie- Studierender. Aber als Zweckbestin mung gibt das Vorwort an, die Texte sollen einem Kurs„Griechisch III“ dienen, der nach einem Vorschlag im Kreis der ev. theol. Fakultäten zur Erörterung gekommen sei, nachdem kür sie die Forderung des. humanistischen Vollabiturs für die griechische 8 2 U- gunsten eines„kleinen Graecum“(nach zwei Semesterkursen für Real- gymnasial- und Oberrealschulabiturienten) gefallen sei. Daß Theologie- studierende, die von dieser„Presse“ kommen, so schwere Texte lesen. und verstehen könnten, ist eine schwere Selbsttäuschung der Fakultäten, die das gewiß in bester Absicht ins Werk gesetz. 9 5 Diese Ent: wicklung muß sich, wenn das Rad nicht bald von einer kräftigen Hand zurückgedreht wird, zu einer starken Differenzierung des deutschen ev. theologischen Nachwuchses von dem des Auslandes und vom kath. theo— logischen auswirken. Man kann sich denken, daß für den hiedurch mit der Zeit erzwungenen Verzicht auf streng quellenmäßigen akade- mischen Unterricht 5 schließlich auf quellenmäbige geschichtliche Forschung andere wertvolle Wissenschaftszweige einer modernen Theo- logie ausgebaut werden sollen, aber von einer entsprechenden Organi- sationsänderung der ev. theol. Fakultäten sieht man noch nichts.
30) Ein gewisses Schamgefühl hielt mich davon ab, in diesem Zu- sammenhang die Philosophie zu nennen, weil ich die griechische Philosophie, die Grundlage aller geschichtlichen philosophischen For- schung, als integrierenden Bestandteil der Philologie ansehe. Ich krage mich aber, ob ich es nicht doch hätte tun sollen, wenn ich lese, was Leisegang in einer Rezension, Philol. Wochenschr. 1929, 498 schreibt: „Die Beifügung der deutschen Ubersetzung zu den wichtigsten Zeug- nissen griechischer Autoren über Platons Stil macht die Benutzung dieser Arbeit auch denen möglich, die Platon studieren, ohne Griechiscl zu können, und zu ihrer Zahl gehören ja heute schon Professoren, dic über griechische Philosophie Sele
Den Wert der Ubersetzu ng neben dem Urtext müssen wir allerdings auch im esoterischen Schrifttum mehr erkennen und davon Gebrauch machen zur Selbstkontrolle für das richtige, schar fe Verständnis schwieriger Texte, namentlich von Urkunden in undurch— sichtigen langen Perioden. Im exoterischen Schrifttum haben wir nocli. mehr die Pflicht, wie in der Blütezeit des Neuhumanismus(Wieland, Vos) wieder Ausgaben mit Urtext und Ubersetzung gegenüber 20. schaffen für den weiten Kreis der humanistisch Gebildeten und int späteren Leben noch Interessierten, die ein antikes Schriftwerk ge- nießen wollen, ohne darin durch Schwierigkeiten des Verständnisses. behindert zu werden. Ich habe mich darüber im Vorwort zu meiner


