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neuen Ausgabe der Mimiamben des Herondas mit Ubersetzung, Leipzig bei Dieterich 1926, S. VIII ff. programmatisch ausgesprochen. Diese bei uns lange vernachlässigte Pflicht des Philologen ist ein wichtiger Be- standteil der alten Aufgabe des Humanisten als Professor derPoesie und Eloquenz oder deritterde humaniores oderelegantiores. Interessante Betrachtungen darüber knüpft Süß a. a. O. S. 293 ff. an seine kulturhistorische Studie über Kar! Morgenstern als Typus des Eloquenzprofessors. Eine weitere Pflicht des Philologen in dieser Rich- tung, die Verfolgung desNachlebens der Antike bis in die Gegenwart, wird in neuester Zeit in er freulichem Umfang geübt. Hier ist Gelegen- heit zur Zusammenarbeit mit der neueren Philologie, die allerdings durch neuere Richtungen in dieser nicht gefördert wird.

31) Die ersten Anzeichen einer rückläufigen Bewegung lassen sich schon beobachten. An Oberrealschulen, Reformrealgymnasien, Studien- anstalten(Mädchenlyzeen mit Abitur), Aufbauschulen wird in steigen- dem Maß in den Ober klassen Latein eingeführt, also das Bildungs- bedürfnis dafür anerkannt. Was man aber von den Erfolgen dieses spähen Lateinunterrichts(immer noch nicht so spät wie die Ergän- zungskurse auf der Universität) hört und sieht, ist sehr niederdrückend. Das Latein gehört eben nicht nur als Grundlage und Vorschule der modernen Sprachen und als logische Schulung in die Unterklassen, sondern auch, weil nach alter Erfahrung seine Regeln und Vokabeln, dieses Grundgut aller Kultursprachen, sich am besten in das kindliche Gedächtnis einprägen. Hoffen wir also, daß die praktische Vernunft sich bald zu der Forderung eines Gutachtens aus der Technischen Hoch- schule Darmstadt durchringt: Nur zwei Formen höherer Schulen, eine humanistische und eine realistische, beide mit Latein als Unter- bau. Dadurch wird auch der Ubergang in eine andere Schulart, wenn Begabung und Neigung sich klarer erkennen lassen, viel leichter. Dringend zu fordern ist eine möglichst frühe objektive Beratung der Eltern in den einzelnen Schularten über die Bedingungen der Vor bildung für bestimmte Berufe, zu denen die Kinder neigen. Es sind mir Fälle aus verschiedenen größeren Städten bekannt, wo alle höheren Schularten vertreten waren und die Wahl also freistand, daß junge Leute, die Theologie studieren wollten, ahnungslos die Oberrealschule wählten und nicht darauf hingewiesen wurden, daß sie sich dafür nicht eigne. hür einen solchen Wettbewerb der Schularten ist die Zukunft unserer Jugend und unserer Berufe doch zu wichtig.

32) Leopold Schmidt, Der philologische Universitätslehrer, seine adler und seine Ziele, Marburg 1892, S. 24.

20) In einer historischen StudieNikias und Xenophon von Kos, Ilistor. Zeitschr. Bd. 125, S. 189-27), habe ich zu zeigen versucht, wie abgerundete Lebensbilder von Persönlichkeiten im Halbdunkel der Geschichte durch Ausschöpfung aller Quellen der Altertums wissenschaft gestaltet werden können. Wie plastisch kann erst ein Leben wie das Ciceros dargestellt werden, wo alle diese Quellen in reichster Fülle sprudeln!