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teilen viele Ausgrabungen im Gang gesehen und manche geleitet. Spaten habe ich dabei nur einmal selbst verwendet, beim Kastell Sulz a. N., wo eine Kastellecke in einer Wiese lag und daher der Rasen sorgfältig ausgestochen werden mußte, um beim Zudecken wieder eingesetzt zu werden. Sonst habe ich als Grabgerät überall nur die(meist doppelte) Spitzhacke(Pickel) gesehen und verwendet, und zum Entfernen der Erde aus dem Graben die Schaufel. Wer also den Namen aufgebracht hat, muß entweder keine Ausgrabung im Gang gesehen oder nicht ge- wußzt haben, was ein Spaten ist. Aber der Unsinn übt ja immer die größte Suggestion aus.

24) Den Wert der Numismatik für die gesamte Altertumswissen- schaft kann ich am besten durch ein Beispiel ins Licht setzen: Die tes gestae divi Augusti, ein welthistorisches Dokument ersten Rangs, können fast Satz für Satz durch Münzen erläutert werden. Eine sehr zu wünschende monumentale Ausgabe dieserKönigin der Inschrikten könnte aufs reichste durch Inschriften, Münzen, Bild- und Bauwerke illustriert werden.

25) Beloch, Griech. Gesch. 2 III 2(1923), S. 5 und dazu meine Be- sprechung in der Histor. Zeitschr. Bd. 134d, S. 556.

20) Was dabei herauskommen kann, wenn sie es ohne Fühlung mit der Philologie tun, mag ein tragikomisches Beispiel zeigen, auf das mich mein lieber Kollege Kalbfleisch hingewiesen hat: In der hippo- kratischen Schrift über die Einrenkung der Gelenke(cet dp pον SοN C. 8, II S. 123, Kühlewein, IV S. 98 Littré wird im Zusammenhang mit einer anatomisch- physiologischen Erörterung über das Grasfressen der Rinder ein Vers des Homer zitiert, der sich aber in unserer Ilias und Odyssee nicht findet, also wohl aus einem altenwilden Text' oder einem kyklischen Epos stammt, de 8 oαν dοννν,e Sο Bobo S/ ZW. Diesen Vers gab Th. Beck in seinem Buch Hippokrates, Erkenntnisse, im griech. Text ausgewählt, übersetzt und auf die moderne Heilkunst vielfach bezogen, Jena bei Diederichs, 1907, ganz aus dem Jusammenhang gerissen, also medizinisch unverständlich, einfach mil der UberschriftHomerischer Vers, der in unserem Homer nicht mehr vorkommt', S. 92 deutsch, S. 93 griechisch mit Angabe der Fundstelle bei Kühlewein und Littré. Dabei passierte ihm noch ein doppeltes Mißgeschick. Einmal übersetzte er agu, über dessen Bedeutung bei Iomer die Griechen später selbst im Unklaren waren, mitkrumm- lübßig, während es wahrscheinlichkrummgehörnt bedeuten soll. Dann spielte ihm der Druckfehlerteufel einen Streich, den er erst im Druck- kehlerverzeichnis gutmachen konnte, und so lautet denn seine Uber setzung S. 92Wie wenn der für die krummfüßigen Kinder will- kcommene Frühling kommt. Becks Brevier benutzte als(nicht genannte) Hauptquelle der Professor der Medizin und Dichter Hans Much für sein Buch: Hippokrates der Große, Stuttgart-Berlin, Hippokratesverlag 1926. (Ein Philologe würde es zur Zeit nicht wagen, über Hippokrates ein exoterisches Buch zu schreiben). Der sinnlose Vers zog ihn mit magischer Kraft an. Ein pedantischer Philologe hätte nun auch aul