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20) Die Verdienste von Heinze und Norden um diese Rettung würdigt jetzt&. Körte in seinem Nachruf auf Heinze, Ber. d. Sächs. Akad. Bd. 81, 2. Heft 1929, S. 24 f.

21) Man kann z. B. die Beobachtung machen, daß kühne sprach- wissenschaktliche Hypothesen an inschriftlich auftretende Dialektformen geknüpft wurden, die sich bei der philologischen Nachprüfung als Lese- oder gar Druckfehler herausstellten. Für den Philologen wird es die erste Forderung sein, den Text einwandfrei herzustellen und dann erst vorsichtig die sprachliche Form zu erklären, womöglich innerhalb der Gesetze der griechischen und lateinischen Sprache, dann erst durch Sprachvergleichung, in der er nicht Fachmann ist. Eine gemeinsame Aufgabe für beide Wissenschaften wäre die Aufarbeitung der antiken grammatischen Schriften zu dem Zweck, die antiken bis heule nachwirkenden Sprachtheorien, z. B. von der Pathologie, ge- schichtlich zu erkennen, um sie zu überwinden. Es ist traurig, daß wir noch keine kleine Ausgabe der Grammatik des Dionysius Thrax haben, die zum Rüstzeug jedes Philologen und Sprachwissenschaftlers gehören sollte.

Ein Beispiel aus einem Grenzgebiet möge die verschiedene Einstellung beleuchten. Der sehr philologisch interessierte Sprachwissenschaftler Bechtel hat doch in seinen umfassenden Arbeiten über griechische Per- sonennamen nicht in genügender Weise die philologisch-historisch zu erkassenden Familienzusammenhänge, sozialen Verhältnisse und die Volks- Psychologie in Rechnung gezogen. Das habe ich schon in der Bespre chung seiner Arbeit über die griechischen Personennamen aus Spitz- namen, Berl. Philol. Wochenschr. 1900, 816 ff. geltend gemacht, ebenso lange hat Ad. Wilhelm dagegen Bedenken erhoben, zuletzt sehr eindring- liche in den Jahresheften des österr. Archäol. Inst. XXV 1929, 59-65 gegen seine Behandlung der Frauennamen. Daraus erwächst den Philo- logen, wie er betont, die Pflicht einer regeren und vertieften Forschung auf dem Gebiet der Personennamen. Sie muß von geschlossenen, mög- lichst reichhaltigen lokalen Beständen ausgehen. Auf diese Weise kann 2. B. das Fortleben des vor allem durch die erblichen Priesterämter getragenen politischen Einflusses der Adelsgeschlechter in den griechi- schen Demokratien erkannt werden(vgl. Philologus 71, 1912, 12 ff.). Man wird auch für unsere Zeit solche Forschungen nicht auf Grund von Adreßbüchern, sondern von Geschlechterbüchern treiben.

22) Einfluß auf die Textkritik sollte man denKlauselgesetzen beim jetzigen Stand der Frage höchstens in der späten Kunstprosa, wo die Klauseln einer Gesetzmäßigkeit nahe kommen, zubilligen. Noch viel ungangbarer ist für die Echtheitskritik die neueste Methode der Schallanalyse, der man bei ihrem mit feinstem Sprachgehör begnadeten Schöpfer wohl einzelne Treffer zugestehen könnte, wie Rutengängern und Hellsehern, die aber ebendeshalb nicht auf eine Schule übertragen werden kann.

23) Dieser Beiname ist sehr viel erfreulicher als der sich immer. mellr einbürgerndeWissenschaft vom Spaten. Ich habe in zwei Welt-