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Es ist bei dieser durch den Stoff gegebenen innigen Ver- Flochtenheit zwischen Philologie, Archäologie und alter Ge- schichte zu hoffen, daß wir über eine Periode hin auskommen. Wo sie von einzelnen Vertretern aller dieser Fächer als eine lästige Verkettung empfunden wird und ein berühmter grie- chischer Historiker schreiben durfte:Die Zeiten sind nicht mehr, Wo Philologen über historische Fragen absprechen durften 25).

Die neue Epoche der Philologie hat aber auch wieder die Fesseln der Fakultät gesprengt. Sie hat in der Religions wissenschaft eine führende Stellung bekom- men durch Usener und seine Schule und arbeitet darin mit den Theologen einträchtig zusammen. Auch diese haben sich auf die Notwendigkeit der philologischen Methode für ihre Quellen besonnen und wetteifern darin mit uns im moder- nen Rüstzeug grober kritischer Ausgaben, Lexika und Gram- matiken. Die Juristen haben in den Papyrusurkunden wie in den griechischen und römischen Inschriften das ersehnte Substrat des lebendigen Rechts für die Gesetzesbücher gefunden und arbeiten Seite an Seite mit dem Philologen und alten Historiker an der Herausgabe und Verwertung der neuen Schätze. Dasselbe gilt von den Medizinern, Natur wissenschaft- lern und Mathematikern, die sich um die alte Geschichte ihrer Wissenschaft bemühen 20).

In allen diesen Fällen ist eine enge Gemeinschaftsarbeit dringendes Gebot der Wissenschaft. Wie der Philologe sich bei juristischen Texten beim Juristen mit Vorteil Rats er- holt, so wird dieser sich, um gute Editionsarbeit zu leisten, in die neuesten philologischen Methoden einarbeiten müssen. Diese philologische Ausbildung der Papyrusjuristen kann auch den alten Gebieten der Rechtsgeschichte zugute kommen 27). So scheinen die Auswüchse der in den letzten Jahrzehnten so beliebten Interpolationstheorie zu den römischen Ju- risten, die einer vergangenen Periode der philologischen Kritik entsprechen, allmählich wieder zurückgeschnitten zu werden 28).