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Slädte getreten ist. Der Ausgräber muß sich vorher über sie aus den Schriftquellen orientieren, er findet in Masse Inschriften, die mit philologischer Methode zu behandeln sind und richtig historisch ausgewertet, das Urkundenwerk der aufgedeckten Stätte ergeben. Wenn bei den großen modernen Expeditionen auch weitgehende Arbeitsteilung eintritt, so muß doch jeder Mitarbeiter die wissenschaftliche Sprache des anderen ver- stehen. Der Horizont des modernen Archäologen geht aber so weit über die griechisch-römische Kultur hinaus, daß der Philo- loge ihm darin nicht mitforschend folgen kann. Im großen muß er aber auch über die Zusammenhänge orientiert sein, wenn sie für sein Gebiet mit in Betracht kommen. Er muß aus den Ergebnissen der Ausgrabungen sich ein Gesamtbild des antiken Lebens bilden, um dadurch die literarischen Denkmäler verstehen und erläutern zu können. Die Zusammenhänge auf diesen Gebieten werden z. T. erst in neuester Zeit von den einzelnen Disziplinen voll erkannt und in die Praxis der For- schung übernommen. Die Numismatik, eine durch die Sammeltätigkeit seit Jahrhunderten hochentwickelte Wissen- schaft, klagt mit Recht darüber, daß die Münzen von Philo- logen, Historikern und Archäologen noch viel zu wenig als Quelle herangezogen werden. Aber auch sie selbst fängt erst neuerdings allgemein an, die Münze in die Geschichte der Wirtschaft, des Geld- und Währungswesens einzuordnen und ihre Methode im Hinblick darauf zu erweitern und zu ver- feinern 200).

Daß Philologie und alte Geschichte aufs engste zu- sammengehören, hat immer als selbstverständlich gegolten. Ist doch die Philologie eine geschichtliche Wissenschaft auf allen ihren Gebieten, Sprache, Literatur, Schrift usw. und arbeitet die alte Geschichte mit den antiken literarischen, inschrift- lichen, papyrologischen und monumentalen Quellen in der Methode, die von der Philologie ausgebildet ist. Daneben ent- wickelt die Geschichtsforschung auch eigene Methoden und sie verbindet die griechische und römische Geschichte nach unten und oben in einem Maß, daß auch ihr der Philologe nicht mitforschend folgen kann, aber doch über ihre Ergeb- nisse sich orientieren muß. Daß ebenso der alte Historiker die Fühlung mit der Geistes- und Kulturgeschichte der Grie- chen und Römer erhalten muß, weiß er so gut wie wir.