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Darin apostrophierte er seine Kollegen, zwei Philologen und einen Physiker, mit Namen, sie könnten, wenn es nur auf das Allgemeine ankäme, bald ein Jurist oder Mediziner werdens). Aus diesem Vorwiegen der schulmäßigen Schriftstellererklärung versteht es sich auch, daß so manche neue Universitäten sich aus Gymnasia academic entwickelten, wie Gießen 1607.

Der eigentlichen Philologie im engeren modernen Sinn dienten die artistischen Professuren lingude Graecae oder lit- terarum Grauecarum und auf lateinischem Gebiet poëseos und eloquentiae oder rhetoricue. Diese Titel zeigen deutlich das Bildungsideal der Humanisten. Als Reaktion gegen die mittel- alterliche Scholastik, die das Griechische zugrunde gehen ließ und das Lateinische barbarisierte, wollten sie die Kultur des Altertums wieder lebendig machen, die alten Dichter und Redner nachahmen und mit ihnen in Wettbewerb treten. Sie brachten es darin namentlich im Lateinischen zu grober for- maler Virtuositäte). Aber auf die Begeisterung und den Elan der ersten Zeit folgte bald geistlose Routine, und das Griechi- sche verkümmerte, so daß es im XVII. und XVIII. Jahrhundert fast zur Magd der Theologie herabsank und zusammen mit der Theologie versehen wurde, nicht zum Schaden der theolo- gischen Exegese. Zugleich emanzipierten sich die anderen Wissenschaften allmählich von der Philologie, die Philo- sophie seit Descartes und besonders seit Christian Wolf, die Theologie aus Angst vor dem Heidentum, die Juris- prudenz durch die Lehre vom Naturrecht, die Mathe- matik, Natur wissenschaften und Medizin durch selbständige Beobachtung, Experimente, Anatomie, botanische Gärten usw. Zuerst wurde die Vorlesungssprache deutsch, dann die Sprache der Dissertationen, schließlich auch die der Doktor diplom e).

Dieser Zersetzungsprozeß der einheitlichen antiken Grund- lage der Universität kam zur vollen Auswirkung in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. Nun konnte sich die Philo- logie als eigene Wissenschaft entdecken. Das Wort hatte schon seit der Humanistenzeit allmählich die engere Bedeutung er- halten, schon vor der Mitte des XVIII. Jahrhunderts lassen sich auch einzelne Studenten, z. B. in Göttingen, als philo- log iae studiosi immatrikulieren, ursprünglich wohl nur im Sinn derallgemeinen Bildung wie andere als stud. human.