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„Die Hochzeit der Philologia und des Merkur“, nach dem Vor- bild des berühmten Märchens von Amor und Psyche seines Landsmanns Apuleius, aber in sehr geschmackloser Form). Er läßt die Götter eine Braut für Merkur suchen und in der Philologia finden. Als Brautjungfern treten bei der Hochzeit auf und tragen ihre Wissenschaft vor die Septem Artes Liberales, Grammatica, Dialectica, Rhetorica, Geometriu, Aritumetica, Astronomia, Musica. Das sind die 9 Disziplinen der Enzyklopädie des alten Varro unter Wegfall der zwei letzten, Architectura und Medicina.
Das Handbuch des Martianus Capella hat einen groben Einfluß auf das Mittelalter ausgeübt, dessen Bildung eben auf diesen Septem artes aufgebaut ist, getrennt in rivium ung quadrivium, Elementar- und höheren Unterricht, vereinigt in den mittelalterlichen Universitäten in der Facultas arlium, die erst spät als philosophische Fakultät den anderen gleichgestellt wurde). Ihr Lehrinhalt entsprach dem unserer höheren Schulen, was auch im Lebensalter ihrer Studenten (1118 Jahre) zum Ausdruck kam. Durch die Artistenkakul- tät mußten alle Studenten durchgehen, um nach vier Jahren in die drei höheren Fakultäten, die theologische, juri- stische und medizinische, eingeschrieben zu werden, Die vorbereitende Aufgabe der Artistenfakultät blieb auch nach den Universitätsreformen der Humanistenzeit, ja bis ins XVIII., und in den letzten Resten bis ins XIX. Jahrhundert und bis beute.
Das Substrat des Universitätsunterrichts blieben nicht nur in der Artistischen, sondern auch in den höheren Fakultäten die antiken Schriftsteller oder aus ihnen zusammengezogene Lehrbücher in lateinischer Sprache. Die Professoren lasen sie vor und erklärten sie, was noch heute in den Ausdrücken „lesen“ und„Vorlesung“ in Erscheinung tritl. Auch die Theo- logen legten griechische und lateinische christliche und philo- sophische Literatur zugrunde, die Juristen das Corpus juris und die antiken Rechtsschriftsteller, die Mediziner Hippokrates, Galen und die spätantiken Handbücher, die Natur wissenschaftler Plinius, die Botaniker Theophrast und Dioskorides, die Zoologen Aristoteles, die Mathematiker Euklid, Ptolemaeus u. a. Das illustriert 2. B. der bekannte Vers über die Aussichten des ärztlichen und juristischen Studiums„dal Gulenus opes, du.


