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ihm eine Immunität zu verleihen. Da diese Art von Immu- nität durch selbsttätige Arbeit des Individuums als eine erhöhte Zelltütigkeit seines Organismus gegenüber dem mikroparasitären Eindringling sich ergibt, so bezeichnet man eine solche, durch eigenes Zutun herbeigeführte Immunität als aktive und die Stokke, die jene zur Bildung von Immunkörpern oder Anti- körpern führende Zellreaktion auslösen, ganz allgemein als Antigene. Im Gegensatz zu der aktiven Immunität, die von längerer Dauer ist, bei manchen Infektionskrankheiten auf das ganze Leben sich erstrecken kann, ist die passive nur kurzfristig, sie ist nur einige Tage oder wenige Wochen wirksam. Dies ist auch leicht verständlich, denn bei dieser Form der Immunität, bei der passiven, handelt es sich um geliehene Schutzkörper, die mit dem Blutserum aktiv immuner Tiere auf bisher nicht ge- schützte übertragen wurden und die dieser verbraucht oder in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder ausscheidet. Während die aktive Immunität von längerer Dauer ist als die passive, bietet diese den Vorzug, daß sie alsbald wirksam wird; bei der aktiven dagegen vergeht immer eine gewisse Zeit, bis dies der Fall ist.

In Anlehnung an das Jenner'sche Pockenimpfver fahren und auf Grund der Erkenntnis, daß das Uberstehen einer Infektions- krankheit, auch wenn sie in abgeschwächter Form auftritt, gegen eine nachfolgende stärkere Infektion schützt, hat nun Pasteur das Prinzip eingeführt, künstlich abgeschwächte Infektionser- reger dem Impfling einzuverleiben, um ihn auf diese Weise gegen eine später drohende natürliche Infektion zu schützen. Solche Pasteur'schen Impfstoffe sind gegen den Milzbrand, die Geklügelcholera, den Rotlauf der Schweine und die Tollwut her- gestellt worden. Wenn auch die meisten dieser Impfstoffe, außer dem gegen die Tollwut, der heutzutage noch angewandt wird, jetzt durch wirksamere ersetzt sind, so leitete doch Pasteur mit seinem Impfverfahren die in der Folgezeit zu blühender Entfaltung gekommene Immunitätswissenschaft ein, mit deren geistvollem und scharfsinnigem Ausbau Träger be- deutender Namen wie Metschnikoff, Behring, Ehr- lich, R. Pfeiffer, Buchner, Gruber, Wright, Bor- det, Wassermann, Arrhenius, Madsen u. a. für immer verknüpft sind.

Wissenschaftlich bewegte Zeiten und ein manchmal in scharfer Form geführter Kampf der Geister haben in verhältnis-