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einzelnen kann ich leider auf diese Fragen nicht näher eingehen.

Wie eine vielfache Erfahrung lehrt, die fast bei jedem Seuchenzuge, selbst dem gefährlichsten sich wiederholt, stirbt von den von der Seuche heimgesuchten und auch erkrankten Menschen oder Tieren nur ein gewisser Bruchteil. Ein Teil der Erkrankten wird wieder gesund und ist dann vor dieser Krankheit für lange Zeit oder gar für das ganze Leben geschützt. Das natürliche Uberstehen der Infektionskrankheit, z. B. der Cholera oder des Typhus beim Menschen, des Milzbrands oder der Aphthenseuche bei Tieren, hat also in solchen Fällen zu einer erworbenen Immunität geführt, die bei den verschiedenen In- Tektionskrankheiten des Menschen und der Tiere nach Grad, Zeit und Dauer wechselt. Diese beachtenswerte Erfahrungstat- sache ist sehr alt. Schon in des Thuy dides berühmter Schil- derung der um 430 vor Chr. in Athen wütenden Pest wird von dieser Krankheit erzählt:Denn zweimal befiel sie niemand, wenigstens nicht in tödlicher Weise. Das gleiche war von den Pocken des Menschen und der Tiere schon lange bekannt und ist heutzutage außerdem für eine Reihe anderer Infektionskrank- heiten erwiesen.

Was lag nun angesichts dieser durch die Erfahrung ge- wonnenen und immer wieder bestätigten Tatsache näher als der Versuch, den Fingerzeig der Natur zu benutzen und die Seuchen- kestigkeit künstlich zu erzeugen. Dahinzielende Versuche zur künstlichen Immunisierung wurden schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegen die Masern und den Scharlach des Menschen, etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts schon gegen die höchst verderbliche Rinderpest von Dodson(1744) und Courtivron(1745) angewandt und gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Holländer Willems gegen eine sehr ge- fährliche Tierseuche, die Lungenseuche der Rinder.

Die Einführung der Schutzimpfung gegen die Pocken des Menschen durch Jenner im Jahre 1796 ist zum Markstein für diese Art von künstlicher Immunisierung geworden. Bei dieser Vakzination wie man die aktive Immunisierung bei Pocken im besonderen und, hiervon abgeleitet, auch im allgemeinen bezeichnet wird bekanntlich die Kuhpockenlymphe in die Haut des Menschen eingeimpft und so eine leichte lokale Impfkrank- heit erzeugt, die ausreicht, um den Menschen für lange Zeit gegen die sehr gefährlichen Menschenpocken zu schützen, um