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Stempel aufgedrückt, ihr ein besonderes Gepräge gegeben. Das ärztliche und tierärztliche Denken und Handeln hat sich unter dem Einfluss der neuen Lehre in vieler Hinsicht von Grund aus geändert.

Mit dem Hervortreten des ätiologischen Moments und seiner Ergründung stellte sich auch die experimentelle Forschung neu ein. Damit zusammenhängende Versuche hatten an Klarheit der Jielsetzung und an Sicherheit und Durchsichtigkeit der Beweis- führung erheblich gewonnen.

Auf dem Gebiete der Infektionskrankheiten im besonderen hat die genaue Kenntnis der Krankheitserreger, ihrer Eigen- schaften, ihrer Lebensweise und Lebensbedingungen, ihres Ein- dringens in den Organismus und der von ihnen hervorgerufenen Krankheitserscheinungen das Verständnis eröffnet und vertieft für die Natur, für die Ausbreitung und den Verlauf der Seuchen, Tür ihre sichere und zuverlässige Erkennung, für ihre gegen- seitige scharfe Abgrenzung, für die zu ihrer Verhütung und Til- gung zweckmäßigen Maßnahmen und nicht zuletzt für die spe- zifische Prophylaxis und Therapie.

Von dieser exakten Grundlage aus, wie sie jetzt für die In- kektionskrankheiten gewonnen war, auf Grund der Erkenntnis, daß Infektion das Eindringen von bestimmten, genau charak- terisierten Kleinlebewesen in den tierischen Körper bedeutet mit der Wirkung einer Krankheit, war der weiteren Forschung der Weg gewiesen.

Irrig wäre aber die Vorstellung, als genüge die Anwesen heit irgend eines krankmachenden Mikroorganismus für sich allein schon, um beim Menschen oder beim Tier eine Krank- heit auszulösen. Eine solche Ansicht ist noch vielfach verbreitet. Eine gewisse Menge von krankmachenden Bakterien ist Voraus- setzung zum Zustandekommen einer Infektion. Und die Patho- genität der Krankheitserreger, ihre krankmachende Fähigkeit ist sowohl gemessen an Angehörigen verschiedener Tierspezies als auch an denen der gleichen und dazu noch an einer emp- fänglichen keineswegs eine absolute, sondern nur eine relative. Deshalb ist schon von diesem Gesichtspunkte aus, ganz abge- schen von anderen Erwägungen, die allgemeine Furcht vor Bak- terien, die sich schon äußert, wenn man nur dieses Wort aus- spricht, nicht angebracht. Es gibt keinen Krankheitserreger, der für den Menschen und alle Tierarten in gleicher Weise eine