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ren Merkmalen sich darbietet; er konnte die Umwandlung dieser Bazillen auf künstlichen Nährböden zu langen Fäden verfolgen, zu Fäden, in deren Innerem sich kleine runde, glänzende Körper- chen, die Sporen, bildeten, die als Dauer formen des Krankheits- erregers über eine außerordentliche Widerstandskraft verfügen und in der Außenwelt, im Boden trotz ungünstiger Witterungs- einklüsse jahrelang lebens- und ansteckungsfähig sich erhalten können. Mit dem Futter oder Trinkwasser gelangen die Milz- brandsporen in den Darm der empfänglichen Tiere, nehmen hier wieder die Stäbchengestalt an, dringen in ihr Blut und in ihre Organe ein und führen rasch durch Blutvergiftung den Tod des Wirtstieres herbei.
So klar gestaltet sich nach diesen Untersuchungen der Ent- wicklungsgang des Milzbranderregers und die Infektion bei Milz- brand, zugleich so einfach, daß man vom jetzigen Standpunkte unseres Wissens aus fast nicht begreifen kann, warum eine solche Entdeckung nicht schon früher gemacht wurde. Indessen ist zu berücksichtigen, daß das gesamte bakteriologische und mikroskopische Rüstzeug erst neu geschaffen werden mußte. Robert Koch bereicherte die Technik mit einem neuen, diffe- renzierenden Färbeverfahren für Bakterien unter Verwendung von Anilinfarben. Er führte das Prinzip der festen Nährböden ein, um auf diesen Nährböden Reinkulturen der Bakterien zu gewinnen. Er stellte den Tierversuch zweckentsprechend in den Dienst der Forschung, er wandte den A bb e'schen Beleuchtungs- apparat an in Verbindung mit den Objektiven für homogene Immersion, er benutzte außerdem die photographische Platte zum Zwecke der Demonstration der Bakterien.
Das Wichtigste aber an der Koch'schen Entdeckung war der Nachweis der„Verschiedenheit der patho- genen Bakterien und ihrer Unabänderlichkeit'. Bestimmte Bakterien erzeugen immer nur eine bestimmte Krankheit. Diese Bakterien wandeln sich nichtum, sondernhalten ihre Eigenschaften zäh fest. Das war die neue, festgefügte Spezifi- tätslehre Robert Kochs, die mit der von Nägeli, Zopf, Billrothu u. a. vertretenen Ansicht, wonach die damals sogenannten„Fäulnispilze und Kon- tagienpilze“ einer schrankenlosen Umwandlung lähig seien, endgültig aufräumte.


