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auf empfängliche Individuen der gleichen Art mit der Wirkung der Auslösung des natürlichen Krankheitsbildes.
Mehr als 3 Jahrzehnte mußten noch vergehen, bis dieser Trias von Forderungen für die Infektionskrancheiten des Men- schen und der Haustiere einwandfrei entsprochen werden konnte.
Wegbereiter in dieser Richtung waren die Beobachtungen und Wahrnehmungen über die Lebenserscheinungen und das Wachstum der kleinsten Lebewesen, wie wir sie Schröter und Ferdinand Cohn verdanken, bahnbrechend waren die Unter- suchungen von Louis Pasteur über die Gärungen und über die Fäulnis, war ferner die Einführung der Antisepsis in die Chirurgie durch John Lister, waren weiter die Forschungen über die Wundinfektionskrankheiten durch eine Reihe von nam- haften Forschern und waren außerdem die mikroskopischen Untersuchungen von Pollender, Brauell, Dela fond und Davaine, die Ende der foer und in den Oer und 6Oer Jahren des vorigen Jahrhunderts im Blute von an Milzbrand verendeten Tieren Kleinlebewesen von bestimmter Form, unbewegliche, farblose, stäbchenförmige Gebilde gesehen hatten. Ob aber diese Gebilde lebende Wesen und ob sie namentlich als die Erreger dieser Seuche anzusprechen waren, darüber bestand keine volle Klarheit.
Gerade diese Tierseuche, der Milzbrand, war es nun, an den die epochemachende, geniale Entdeckung von Robert Koch im Jahre 1876 anknüpfte. Die ätiologische Erforschung dieser Krankheit ist zum Grund- und Eckstein für die medizinisch- bakteriologischen Forschungen überhaupt geworden. Robert Koch ist es gelungen, den Milzbrandbazillus als einen stäbchenförmigen Mikroorganismus mit bestimmten Form- merkmalen in allen von ihm untersuchten Fällen von Milzbrand nachzuweisen; er brachte ihn außerhalb des Tierkörpers in Rein- kultur zur Entwicklung. Es ist ihm ferner gelungen, mit den in Reinkultur gewonnenen Krankheitserregern künstlich das Bild des Milzbrandes in typischer Weise wieder zu erzeugen. Damit waren jene Forderungen restlos erfüllt, die Henle seinerzeit aufgestellt hatte. Den ganzen Formen- und Lebenskreis des Milzbranderregers deckte Robert KO ch auf. Er wies nach, daß er im Körper der Haustiere in Form von stäbchenförmigen Gebilden mit besonde-


