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daß ein cytoarchitektonisch sehr auffallendes und scharf abge— grenztes Gebiet, die Area striata in der Calcarinarinde, die eigent- liche Sehsphäre, also das Wahrnehmungsfeld für die optischen Eindrücke, darstellt. Es hat sogar den Anschein, daß nicht nur die Schnecke, sondern auch die Netzhaut nervös prosiziert ist, kortikale Retina, indem die untere Lippe der Fisura calcarina dem unteren, die obere Lippe dem oberen Teil der Netzhaut ent- spricht, mehr läßt sich aber zurzeit nicht sagen.
In diesen sensorischen Rindenfeldern, die in der linken Hemi— sphäre ausgeprägter sind als in der rechten, kommen nun die bewußten Empfindungen, die Gnosien, zustande. Bei Afunk- tion dieser Gebiete kommt es zu Agnosien, 2. B. zu visueller Agnosie, wenn ein Gegenstand als solcher wohl gesehen, aber nicht richtig erkannt und damit auch nicht richtig gebraucht wird; solche Patienten putzen z. B. mit einer Zahnbürste nicht die Zähne, sondern stecken sie in den Mund wie eine Ligarre, um daran zu rauchen.
Dringt der Sinnesreiz nicht zur Sehsphäre vor, sondern nur zu subkortikalen Zentren, so kommt es nicht zu Gnosien, sondern im Sinne L. Edingers nur zu Rezeptionen. Die Wirbel- tiere bis zu den Reptilien haben nur solche Rezeptionen, weil sie nur über ein Palaeencephalon und kein Neencephalon verfügen. Der Sinn, welcher entwicklungsgeschichtlich am frühesten in der Gehirnrinde zentralisiert wird, ist der Geruch und der sogenannte Oralsinn.
Die zweite Art von animalen Organen, die Muskeln, und zwar besonders die dem Willen unter worfene quer gestreifte Muskulatur, ist, wie man schon seit den Untersuchungen von Fritsch und Hitzig aus dem Jahr 1870 weiß, gleichfalls zentralisiert und zwar auf die vordere Zentrawindung und die angrenzenden Teile des Stirnhirns. Diese praezentrale Haupt- region ist cytoarchitektonisch besonders gekennzeichnet durch das Fehlen einer der sechs Schichten, der inneren Körnerschicht, durch die große Breite des kEindendurchmessers und durch das Auf- treten von Riesenpyramidenzellen in dem der Zentralfurche be— nachbarten Teil des Feldes. Von hier aus geschieht die willkür— liche Innervation der Muskeln auf dem Weg der Pyramidenbahn, die im verlängerten Mark zum gröbten Teil kreuzt. Man hat Grund zu der Annahme, daß diese zentrifugalen Bahnen ihren Ausgang von der 5. und 6. Schicht nehmen. Dieses zentrale


