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Die vom Herzen ausgehenden Blutgefäße sind gleichfalls an- tagonistisch, parasympathisch und sympathisch, innerviert; para- Sympathische Reizung führt meist zu Gefäßerweiterung, sympa thische zu Gefähverengerung. Ein Zentrum für die Gefähver engerung ist im verlängerten Mark und unter dem Thalamus, untergeordnete Zentren sind im Rückenmark gelegen. Ein Wäch ter, der zu hohen Blutdruck in der Aorta signalisieren muß, ist am Aortenbogen aufgestellt, der Nervus depressor; als Reak- tion auf das Signal kommt es auf dem Umweg über das ver- längerte Mark zu Herzhemmung und Gefähßerweiterung und damit zu Blutdrucksenkung. In funktionellem Antagonismus stehen viel- fach die Blutgefäße der inneren Organe und die der Haut; mit Hilfe parasympathischer und sympathischer Nerven kann je nach Bedarf eine Umsteuerung des Blutes von innen nach außen oder umgekehrt erfolgen. Emotionelle Erregungen sind vielfach mit Ge- fähreaktionen, Erröten und Erblassen, verbunden, die wohl vom Jwischenhirn aus veranlaßt werden. Ausgiebig sind nach den Untersuchungen von Ph. Stöhr auch die Gefäße der zarten Hirn- und Rückenmarkshaut und die Gefähßgeflechte des Gehirns, besonders in der Gegend des Zentrums des vegetativen Nerven- systems, mit Nerven versorgt.

Auch bei der Assimilation und Dissimilation spie- len Nerveneinflüsse sicher eine Rolle, die parasympathischen Ner- ven erweisen sich geradezu als Nerven der Assimilation, die sym- pathischen als Nerven der Dissimilation. Im Zwischenhirn sind im Tuber einereum und in der Regio subthalamica Zentren ge- legen, welche zusammen mit Hormonen den Eiweiß- und Kohlen- hydratstoff wechsel besonders durch Einwirkung auf die Leber re- geln; auch der Fettstoffwechsel und der Wasserhaushalt wird von dem Zentrum aus beeinflußt. Funktionsstörungen dieser Lentren können zu Diabetes mellitus und Diabetes insipidus, einseitige Stö- rungen z. B. zu einseitiger Fettanhäufung oder Fettschwund führen; die Frage nach dem Vorhandensein trophischer Nervenfasern muß nunmehr bejaht werden.

Die Ex kretion der Dissimilationsprodukte kommt gleichfalls unter Mitwirkung antagonistischer nervöser Einflüsse von seiten des parasympathischen und sympathischen Systems zustande.

Die bei dem Wechsel der Stoffe freiwerdende Körper- Wärme wird mit Hilfe eines im Zwischenhirn gelegenen para- sympathischen Kühl- und eines sympathischen Wärmezentrums