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u. a. herausgestellt, daß die Wasserstoffionen konzentration des Blutes das Maßgebende für die Reizbildung des Atemzentrums ist. Sympathische Erregung erweitert ferner den zuführenden Atemweg, die Luftröhre, parasympathische verengt sie; in letz- terem Fall können Gaben von Atropin bei Bronchialasthma ge- radezu befreiend wirken.

Daß die Produkte der inneren Sekretion, die Hormone, zu zentralen Funktionen vielfache Beziehungen haben, ergab sich schon beim Adrenalin. Ins Blut injiziert wirkt es wie Reizung des sympathischen Nervensystems, das seinerseits zu Gemütsbe wegungen, zu emotionellen Erregungen, Veranlassung gibt: Still- stand der Darmbewegungen, Blässe der Haut durch Kontraktion der Hautgefäbhe, perlender Angstschweiß durch Reizung der Schweißdrüsen, Gänsehaut durch Aufrichtung der feinen Haare der Haut, verbunden mit dem Gefühl, als ob es einem kalt über den Rücken laufe; bei Tieren ist letztere Erscheinung sehr aus- gesprochen durch Sträuben der Rückenhaare.

In diesem Zusammenhang ist noch interessant, daß in der Nähe des Sympathicuszentrums in der Regio subthalamica eine Hormondrüse, der Hirnanhang oder die Hypophyse, gelegen ist, die ihr Hormon, das ähnlich wie das Adrenalin wirkende Hypo physin, durch Saftkanäle an das Zentrum abgibt und es so sensi bilisiert. Vielfach führt auch Afunktion der Hormondrüsen, be sonders der Schilddrüse, zu geistiger Schwäche, zu Idiotie.

Dasjenige Organsystem, das die ins Blut aufgenommenen Stokke im Körper zu verteilen hat, Herz und Blutgefäße, steht in besonders enger Beziehung zum Zentralnervensystem, ja im Altertum hat man sogar den Sitz der Seele ins Herz verlegt, weil seelische Erregungen sich sehr offenkundig in beschleunigter oder verlangsamter Herztätigkeit äußern; tatsächlich werden aber solche Erregungen nur ins Herz projiziert, während sie im Zen- tralnervensystem entstehen. Die Projektion geschieht auf dem Weg zweier Nerven, des parasympathischen Nervus vagus und des sympathischen Nervus accelerans. Während aber der Para- sympathicus die Bewegung des Darms beschleunigt und der Sym- bathicus sie hemmt, ist es beim Herz gerade umgekehrt. Ein Herzhemmungszentrum konnte im verlängerten Mark, ein Be- schleunigungszentrum im Sympathicuszentrum unter dem Sehhügel nachgewiesen werden.