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gleichfalls aus kleinzelligen Kernen am Seitenhorn des Rücken- marks. Auch über das Wesen der parasympathischen und sym- bathischen Reizung haben sich neuerdings Anhaltspunkte ge— winnen lassen; erstere Reizung führt zur Anreicherung von Ka— lium- letztere von Calciumionen, so daß es sich im letzten Grunde um chemische Reizung handelt.
Durch Vermittlung all dieser Nerven kommt nun die Z en— tralisation der Funktionen zustande; betrachten wir diese nun mit Rücksicht auf neuere Ergebnisse. Um die Verbesserung der Methodik auf diesem Gebiet hat sich mein Vorgänger auf dem hiesigen Lehrstuhl für Physiologie, W. Trendelenburg, jetzt in Tübingen, besonders verdient gemacht.
Zu der chemischen Verarbeitung der im Magendarmkanal befindlichen Nahrung sind Verdauungssäfte nötig, die in den umliegenden chemischen Fabriken, den Drüsen, gebildet wer— den. Zu diesen Drüsen— es seien besonders die Speicheldrüsen in Betracht gezogen— schickt das Zentralnervensystem nicht we— liger als vier verschiedene effektorische Nervenarten, nämlich
I. sekretorische Nervenfasern vom parasympathischen System, deren Reizung die Ausscheidung eines dünnflüssigen Sekrets bewirkt,
2. sekretorische Fasern vom sympathischen System, deren Rei— zung ein dickflüssiges und auch sonst qualitativ verschiedenes Sekret ergibt,
3. Nervenfasern, welche die Blutgefäße in der Drüse erweitern; sie stammen vom parasympathischen System,
4. Nervenfasern, welche die Blutgefäße verengern; sie stammen vom sympathischen System.
Durch diese vierfachen nervösen Beeinflussungen kommt ein Sekret zustande, das je nach der Art der Nahrung sehr zweck- mähig zusammengesetzt ist.
Nach Bedarf kann in diese Sekretionen mit den physiologisch S0 Wichtigen Alkaloiden eingegriffen werden. Injektion von Pilo— carpin ins Blut wirkt wie Reizung des parasympathischen Nerven, Während nach Injektion von Atropin dieser Nerv gelähmt wird. Adrenalin dagegen, das Hormon der Nebenniere, hat sympathische Feizung im Gefolge, andere Stoffe je nachdem Lähmung.
Eine Zentralisation dieser sekretorischen Funktionen ist schon dadurch gegeben, daß sich im verlängerten Mark eine Kerngruppe befindet, der sogenannte Nucleus salivatorius, der eine Reihe von


