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Man spricht nun bezüglich des Aufbaus der Rinde aus Zellen von einer Cytoarchitektonik, bezüglich des Aufbaus des Marks aus Fasersystemen von einer Myeloarchitektonik. Cytoarchitek- tonisch ist ein Grundtypus aus sechs Schichten vorhanden, der etwa drei Viertel der Gesamthemisphärenoberfläche einnimmt, homotypische Rindenbildung, der gegenüber auf dem vierten Viertel die heterotypische Rindenformation besteht. Entsprechend den sechs Zellschichten sind in ihnen auch sechs Fasersysteme vor- handen, die gleichfalls an heterotypischen Rindenteilen Verände- rungen erfahren, aber auch an homotypischen, so daß letztere Wohl bezüglich der Zellanordnung dem Grundtypus entsprechen, bezüglich der Faseranordnung aber nicht, wie überhaupt die Myelo architektonik variabler ist als die Cytoarchitektonik.

Die Leitungskabel, die zu diesen kortikalen und auch den subkortikalen Zentren hin- und von ihnen wegziehen, die Nerven, hat man früher in die mit weißem Mark bekleideten Rücken- marks- und Gehirnnerven, die sogenannten cerebrospinalen Nerven, und in die marklosen und daher grauen sympathischen Nerven geteilt. Aus Untersuchungen des englischen Physiologen J. N. Langley hat sich aber die Notwendigkeit ergeben, aus dem cerebrospinalen Nervensystem ein besonderes System abzugrenzen, das in Antagonismus zum sympathischen System steht, das soge- nannte parasympathische Nervensystem, zu dem Jeile des 3., 7., 9. und 10. Gehirnnerven und des Beckennerven, des Nervus pel- vicus, gehören. In diesen parasympathischen wie auch in den sympathischen Nerven ziehen die entsprechenden Fasern nicht ununterbrochen zum Erfolgsorgan, wie z. B. die motorischen Nerven zum quergestreiften Muskel, sondern sie treten zu einer Ganglienzelle hin und umfassen diese mit ihren Endbäumchen: praeganglionäre Fasern. Die Ganglienzelle ihrerseits schickt dann erst die postganglionäre Faser zu dem Erfolgsorgan, einer Drüse oder einem glatten Muskel. Mit Hilfe von Nikotin ist es ge- lungen festzustellen, wo die praeganglionäre Faser endigt und die postganglionäre beginnt; Nikotin blockiert gerade diese Stelle. Außerordentlich wichtige physiologische Erkenntnisse haben sich dadurch gewinnen lassen. Man faßt jetzt parasympathisches und sympathisches System auch als vegetatives Nervensystem Zu- sammen. Die parasympathischen Nerven entspringen von klein- zelligen, sogenannten visceralen, im Mittelhirn, verlängerten Mark und Rückenmark gelegenen Kernen, die sympathischen Nerven