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tikalen Zentren gelangen können. Von diesen Zentren gehen andererseits zentrifugalleitende Bahnen, wiederum aus Neuronen bestehend, aus, die Reize zu den Erfolgsorganen, den Drüsen und Muskeln, gelangen lassen. Eine besondere Stützsubstanz ist noch für die nervösen Bestandteile vorhanden, der Nervenkitt oder die Neuroglia.

Die Gehirnrinde ist nun das höchste Zentralorgan, in sie hinein sind die Organe des Körpers geradezu nervös projiziert, aber meist so, daß das, was im Körper links liegt, im Gehirn rechts eine Zentrale hat und umgekehrt; die Bahnen kreuzen also unterwegs. Interzentrale Bahnen setzen ferner verschiedene Teile des Gehirns miteinander in Verbindung, es sind die Asso- ziationsbahnen, wenn sie Teile derselben Gehirnhemisphäre zu einander in Beziehung bringen, Kommissurenbahnen, wenn Teile der einen Hemisphäre mit Teilen der anderen verknüpft werden.

So ist also tatsächlich alles vorhanden, was à priori erwartet werden muß, wenn von höherer Warte aus in das ganze Lebens- getriebe des Körpers eingegriffen werden soll.

Daß nun die graue Rinde das physiologisch Wertvollste am Zentralnervensystem ist, ergibt sich aus der Entwicklungsgeschich- te: je höher ein Tier steht, um so mehr ist die graue Rinde bzw. das sogenannte Neuhirn, das Neencephalon, gegenüber dem Althirn, dem Palaeencephalon, entwickelt, um so mehr ist auch vor allem das Stirnhirn ausgebildet.

Diese graue Rinde ist nun aus verschiedenen Zellschichten und Fasersystemen aufgebaut. Man war früher der Ansicht, die Großhirnrinde sei ein morphologisch ziemlich einheitliches Organ, abgesehen von einer bestimmten Region des Hinterhauptslappens und des Ammonshorns. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hat aber K. Brod mann im Vogt schen Neurobiologischen Uni versitätsinstitut in Berlin festgestellt, daß kaum in einem anderen Organ oder Organsystem die histologische Spezifikation einzelner Teile soweit getrieben ist, wie innerhalb des Cortex cerebri, und daß sich nach tektonischen Gesichtspunkten eine lokalisierte Glie- derung der Gehirnoberfläche von einer Schärfe und Reichhaltig- keit durchführen läßt, wie man sie bis dahin nicht ahnen konnte. Nicht weniger als 200 verschiedene Felder nimmt man jetzt an. Dieser spezifische Aufbau der einzelnen Felder weist aber auch auf spezifische Funktionen hin.