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kehr mit der Außenwelt ermöglichen ihm die lebenden Maschinen, die quergestreiften Muskeln, die, unterstützt von der glatten und der Herzmuskulatur, sehr verschiedenartige, aber den Verhältnissen gut angepaßte Bewegungen herbeiführen müssen. All diese Funk- tionen werden animale genannt.

Mit dem Nebeneinander der vegetativen und animalen Funk- tionen ist es aber nicht getan, sie greifen ständig ineinander und müssen zu harmonischer Zusammenarbeit gebracht werden, wie alle Instrumente in einem großen Orchester. Zu dieser Zusammen- arbeit ist aber ein Dirigent erforderlich, und dieser Dirigent ist in unserem Körper das Zentralnervensystem.

Meine Damen und Herren! Es hat einen besonderen Reiz, den Funktionen dieses Systems, das allen anderen Organsystemen übergeordnet ist und dem Menschen seine überragende Stellung in der Welt des Lebens verleiht, nachzuspüren. Seine Sonder- stellung ergibt sich schon aus seinem physiologisch- chemischen Aufbau, indem hier Stoffgruppen vorherrschend sind, die in an- deren Organen nur in geringerer Menge vorkommen, wie Cho- lesterin, Phosphatide und Cerebroside. Vor allem ist es aber die spezifische Differenzierung der lebenden Substanz zu einem reizaufnehmenden, reizleitenden, reizverarbeitenden, reizabgebenden und schließlich! auch reizproduzierenden System, was dieses Zen- tralnervensystem auszeichnet. Denken Sie sich eine Telephon- zentrale, mit der jeder Teilnehmer in Verbindung treten, die aber auch ihrerseits jeden Teilnehmer anrufen kann, stellen Sie sich ferner vor, es bestände noch eine Uberzentrale, die alles Ge- nörte im Interesse aller Teilnehmer nutzbar verwerten und auch eine höhere Einsicht in das Gesamtgetriebe und in die umgebende Welt gewinnen könnte, so wäre das ein freilich nur schwaches Abbild von dem, was im Zentralnervensystem vor sich geht.

Das ganze System ist aus funktionellen Einheiten, den Neu- ronen, zusammengesetzt, die aus einer Ganglienzelle samt zelluli- petal- und zellulifugalleitenden Fortsätzen, den sogenannten Den- driten und Neuriten, bestehen. Anhäufungen von Ganglienzellen, deren es sehr verschiedene Arten gibt, heißen Ganglien, Zentren oder graue Substanz, Anhäufungen von Neuriten Nerven Lei- tungsbahnen oder weißes Mark. Eine ganze Reihe von Neuronen ist hintereinander geschaltet, so daß zentripetal verlaufende Reize zu immer höheren Zentren, zunächst den subkortikalen, aufsteigen und schließlich zur grauen Rinde und den in ihr gelegenen kor-