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sehen, das muß dankbar anerkannt werden. Der Gesamtsenat hat es aber doch für seine Pflicht gehalten, das Landesamt für das Bildungswesen und den Landtag in einer Eingabe darauf hinzuweisen, daß eine ganze Reihe lebenswichtiger Forderungen der Universität noch der Erfüllung harrt, und hat in diesem Zusammenhang ein Bild der Gesamtlage der Universität gezeich- net in der Hoffnung, dadurch eine planmäßige Erledigung not- gedrungener Forderungen im Laufe der nächsten Jahre in die Wege zu leiten. Dabei hat der Gesamtsenat noch zum Aus- druck gebracht, daß die Aufwendungen für die Pflege der Natur- und Geistes wissenschaften produktive Ausgaben sind, die ein Staat nicht sparen kann, ohne seine höchsten Güter zu gefährden, er hat freilich auch verlangt, daß das Reich unserem durch die Besetzung schwer bedrückten Hessenland bei der Erfüllung seiner Kulturaufgaben zu Hilfe kommt.

Einige unserer Forderungen, von deren Dringlichkeit sich das Landesamt und der Finanzausschuß des Landtags überzeugt hat, konnten unterdessen schon erfüllt werden; möge es der Staatsregierung gelingen, zum Wohle des Hessenlandes und des größeren Vaterlandes, das von den gesamten Gießener Studie- renden etwa die Hälfte zur Alma mater Ludoviciana schickt, auch die übrigen zu befriedigen.

Aber nicht nur der Regierung in Darmstadt, auch der Pro- vinzialdirektion Oberhessen und der Gießener Stadtverwaltung ist die Landesuniversität zu lebhaftem Dank verpflichtet, haben die Vertreter dieser Behörden doch durch Rat und Tat deutlich zu erkennen gegeben, wie sehr ihnen das Wohlergehen der Lan- desuniversität am Herzen liegt. Wertvolle Unterstützung ist uns ferner von der Gießener Hochschulgesellschaft zuteil geworden. Auch von privater Seite durfte die Landesuniversität viel Freund- liches erfahren, wie noch im einzelnen darzulegen sein wird.

Die Landesuniversität ihrerseits ließ es sich angelegen sein, mit den wissenschaftlich interessierten Kreisen des Hessen- und weiteren Vaterlandes in reger Beziehung zu bleiben und diese Kreise auch an der wissenschaftlichen Ernte durch Vorträge und Demonstrationen teilnehmen zu lassen.

Nachdem ich so der Pflicht als Chronist in großen Zügen genügt habe die Einzelheiten werden sich aus der Chronik selbst ergeben darf ich Ihre Aufmerksamkeit für ein Thema aus meinem Fachgebiet, der Physiologie, erbitten, das lauten soll: