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24 Friedrich Maurer:

zahlreichen Partizipia) sowie der Wortschatz geben F. ein altertüm- licheres Gepräge: auch im Formenbau scheint F. älter zu sein. Einige Beispiele:

R. M. B. undig nüne neunundneumgig minnen lieben nit ud en ⁊iehe das nicht u diehe Vielleicht: Heil gestint unleulsch hoiõ zi generende gegunt ⁊u machene

und anderes mehr.

Mit dem höheren Alter unseres Bruchstücks hängt auch die dritte Gruppe von Unterschieden zusammen, nämlich derjenigen, die auf der oben besprochenen Tatsache beruhen, dass sich F. viel enger an die Vulgata anschließt als M. B.(Wir haben oben eine ganze Anzahl in Betracht kommender Stellen angeführt; siehe S. 12 f.) lm übrigen geht dies auch ohne weiteres aus den zusammengestellten Teilen des Textes hervor, die man ver- gleichen wolle.

Fassen wir die Ergebnisse nun zusammen, so erkennen wir:

1. M. B. u. F. haben gemeinsamen Grundbestand.

2. Sie haben jedoch örtlich verschiedenen Ursprung.

3. F. ist zeitlich älter.

4. F. hält sich enger an die Vulgata.

5. F. ist aber nicht das Original, sondern ebenfalls eine Abschrift.

Hieraus ist völlig klar und zwingend zu folgern:

M. B. u. F. gehen auf eine gemeinsame Grundlage X zurück, die sich ziemlich eng an die Vulgata anschloß. Daß M. B. aus F. stammt, das seinerseits sicher Abschrift ist, ist nicht zu er weisen und wohl auch nicht anzunehmen. Aus X ist zunächst F. abgeschrieben; der Schreiber hat wenig geändert, höchstens hie und da einen seiner Heimatmundart widerstrebenden Ausdruck ent sprechend umgeändert. M. B. dagegen ist etwas Später abgeschrieben, und hier hat der Schreiber häufiger und stärker geändert, zum Teil wie F., um der Heimatmundart verständlicher zu sein; zum Teil um ver- altete Ausdrücke und Formen zu vermeiden, zum Teil aber auch, um (gegen den lateinischen Einfluß) besseres Deutsch zu erzielen.