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Leibniz-Kant, Lessing-Herder, Goethe- Schleiermacher, Schiller- Fichte, Schelling-Hegel gebahnt, und den in ihrem Gefolge Millionen mehr oder weniger kühn und schwindelfrei be schritten haben. Der deutsche Idealismus war es, der dem Historismus in der Theologie recht eigentlich zum Bürger- recht verholfen hat. Ich hebe nur einen Namen heraus: Herder. Ihm ist die Bibel das Instrument, mit dem in der Hand er den großen Gedanken seines Lebens herauszuarbeiten versuchte: das Menschliche zu verchristlichen, das Christliche zu ver- menschlichen. Menschlich muß man die Bibel lesen, denn sie ist ein Buch durch Menschen für Menschen geschrieben, und in gewissem Sinn das menschlichste aller Bücher. Aber sie ist göttlichen Inhalts, und die in ihr enthaltene Geschichte und Lehre soll des Zuhörers Geschichte und heiligste Angelegenheit werden.) Auf diesen und ähnlichen Sätzen ruht jene Ver schmelzung des Christentums mit dem Menschen, seiner Kultur und seinen Werten, von der hochgestimmte Geister ein Jahr- hundert und mehr gelebt haben, und die alsReligion unserer Klassiker ein leuchtendes Blatt in den Annalen der christlichen Frömmigkeitsgeschichte bedeutet. Man hat diesen Idealismus in unmittelbare Beziehung zur Reformation setzen wollen, hat Kant wohl als den Philosophen des Protestantismus gefeiert. Das ist doch nur in dem allgemeinen Sinne richtig, daß frei- lich ohne die Reformation neueres Geistesleben undenkbar wäre, und daß Kant jedenfalls nicht der Philosoph des Katholizismus ist. Aber her ausgewachsen ist der Idealismus aus der Aufklärung.) Deren Naturalismus und Rationalismus hat er als unumgängliche Voraussetzung in sich aufgesogen, aber der Supranaturalismus und Irrationalismus, durch den er die Aufklärung zu überwinden suchte, ist nicht der, auf den sich die Glaubensüberzeugung der Reformatoren gründete, und auf dem das kirchliche Christentum erbaut ist. Und wenn der Idealismus die natürliche Religion, die auf dem Stamm der Aufklärung erwuchs, durch eine Ofkkenbarungsreligion zu er- setzen sich getraute, so ist doch nicht zu verkennen, dab diese Religion emporgestiegen ist aus den ursprünglich schöpferischen Mächten menschlichen Geisteslebens, und daß das idealistische Verständnis der Offenbarung zu dem im reformatorischen Glau- ben gegründeten im Gegensatz steht. Stichwort des Idealismus bleibt jener Sinnspruch, in dem Goethe einherrliches Dictum