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von unendlicher Anwendung erkennen wollte:Gott begegnet

sich immer selbst, Gott im Menschen sich selbst wieder im

Menschen. 10)

An das reformatorische Verständnis wieder an- zuknüpfen, ist die Sehnsucht eines großen und sicher nicht des schlechtesten Teils unserer theologischen Jugend. Diese Jugend ist sich über den Nöten der Kriegs- und Nachkriegs zeit der Unzulänglichkeit jedes anthropozentrischen Stand-

punktes für ihr religiöses Leben bewußt geworden. Und so

entsteht nun jener Widerstreit, den ich und nicht ich allein als dramatisch, ja als tragisch empfinde: diese Jugend, die wie einst Faust, in tiefster Seele erfüllt ist von der brennenden Sehnsucht nach Offenbarung, die aber, anders als Faust, die Erfüllung solcher Sehnsucht außerhalb ihres Geisteslebens suchen zu müssen glaubt, sie stößt auf den Historismus in der Theologie. Er liegt auf ihrem Wege als ein schwerer Block. Sie vermag ihn nicht bei Seite zu schieben, so sehr sie an ihm rüttelt: denn sie ist in der Uberlieferung des Historis- mus erzogen und in sie verstrickt. Sie vermag ihn auch nicht zu überfliegen: denn die idealistischen Schwungfedern, die über ihn hinüber trugen, sind ihr zerbrochen. Kurzer Hand stempelt sie die Aufklärung und darunter ist nach ihrem Verständnis der Idealismus mitgemeint zur Wurzel alles Ubels. Sie ist es, weil in ihr der Mensch als das Maß aller Dinge erscheint, und die Religion als seelische Ver- richtung des Menschen, also etwas Inner weltliches. Ihr tritt aus biblisch-reformatorischer Uberlieferung der Glaube ent- gegen, der Glaube an etwas Gegebenes, an das Wort, das Wort des über allem Menschlichen, allem Kreatürlichen er babenen Gottes, das Wort, das aus den heiligen Urkunden des Christentums an unser Ohr dringt, das Wort, von dem Luther sagte, daß es aller Dinge Grund und Ursach' sei. Hier ist Gott, der persönliche, der überweltliche, nicht der Mensch, der Maßstab aller Dinge. Es soll auch nicht heißen: Gott und Mensch, im Sinne irgend welcher Vermittelung, auch nicht der eines Bundes zwischen Idealismus und Christentum, sondern nur Gott, nicht Mensch. Mit Inbrunst gibt diese Jugend diesem Gott sich hin, vor dem der Mensch, seine Kultur und seine Werke, ein eitel Nichts sind. 7)

Mit bewußter Ausschließlichkeit wird auf diesem Stand-