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handen sind, die sich dem Historismus aufs Schärkste wider- setzen. Er scheint ihm doch rettungslos verfallen zu sein. Lassen Sie mich, um das zu beleuchten, ein drastisches Bei- spiel wählen. Als im Jahre 1892 der Kampf um das Aposto- likum entbrannt war, da erging ein Erlaß des preußischen Ober- kirchenrats, in dem darauf hingewiesen wurde, daß)„nach dem Urteil zahlreicher Vertreter der theologischen W issenschaft, ins- besondere auch hochangesehener Mitglieder der theologischen Fakultät in Berlin“ der Satz des Apostolikums:; empfangen vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria„vor un- befangener Forschung noch immer die Probe der Wahrheit“ bestehe. 2) Dieses„noch immer“ und seine Begründung schlie- ben die Möglichkeit ein, daß der Tatbestand in irgend welcher Zukunft einmal einer Anderung unterliegen könne, und zwar einer Xnderung, die durch fortschreitende Erkenntnis der Bibel- wissenschaft, deren Vertreter ausdrücklich angerufen wurden, herbeigeführt werden könnte. Einen deutlicheren Beleg für den Sieg des Historismus im Protestantismus als diese bedenk- liche Beweisführung wird man nicht leicht erbringen können. Und die Lage wird dadurch noch bedenklicher, dab die theolo- gischen Fakultäten, von denen im Erlaß des Oberkirchenrats die Rede ist, tatsächlich alle ohne Ausnahme auf diesen Histo- rismus eingestellt sind. Wiederum ist es gleichgültig, wie sich die Mitglieder dieser Fakultäten zu Einzelergebnissen der Wis- senschaft stellen, gleichgültig ob sie konservativ oder liberal, radikal, modern, positiv oder vermittelnd gerichtet sind, es bleibt als das Gemeinsame der Historismus; die theologischen Fakultäten sind sein eigentlicher Träger geworden.
Hier nun ist die Stelle, an der unser Problem die Zu- spitzung erfährt, auf die ich eingangs hingedeutet habe: gegeben der Historismus, gegeben die Bibel, sind beide aus der Verklammerung, von der wir gesprochen haben, lösbar, und wenn nicht, muß diese Verklammerung, muß diese Einbettung der Offenbarung in die Geschichte der Offenbarung nicht töt- lich sein? Wir denken zurück an Löschers Worte; wir dürfen uns auch erinnern an Goethes Wort:„Wenn die vernichtende Kritik irgend schädlich ist, so ist sie es in Religionssachen; denn hierbei beruht alles auf dem Glauben, zu welchem man nicht zurückkehren kann, wenn man ihn einmal verloren hat.“ 18)
Es gibt zwei Gruppen von Christen, für die unser Problem


