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Salz begleitet hat, liegen die Keime der modernen Bibelwissen- schaft; er hat ihr stärker vorgearbeitet als irgend einer seiner Jeitgenossen, und seine gelehrte Vorbereitung wie sein ge- schulter Blick haben ihn Ergebnisse vorwegnehmen lassen, die spätere Geschlechter erst mühsam und auf Umwegen heraus- zuarbeiten vermochten.

Mit diesen Einzelergebnissen hat sich unsere Betrachtung nicht zu beschäftigen. Für sie genügt die Tatsache, daß sich in dem Viertel jahrtausend, das in die Lande gegangen ist, seit Spinoza seinen Traktat schrieb, die Einbeziehung der Bibel in die historisierende Betrachtung des Menschen, seiner Kultur und seiner Werke vollzogen hat und zwar vollzogen hat gegen den zähen Widerstand, wenn auch schließlich unter widerwilliger Zustimmung der christ- lichen Kirchengemeinschaften. Wie die römisch-Katho- lische Kirche endlich, nämlich erst im Jahre 1822, den Druck von Werken in Rom freigeben mußte, in denen von der Beweglichkeit der Erde und der Unbeweglichkeit der Sonne iuxta communem modernorum astronomorum opinionem ge handelt wurde, und wie sie fortschreitend 1835 die Bücher des Kopernikus, Kepler und Galilei aus ihrem Index entfernte 15), so hat sie sich schließlich gezwungen gesehen, in der päpst- lichen Bibelkommission, die Pius X. 1909 ins Leben rief, eine Einrichtung zu schaffen, der die Entscheidung von durch die: Bibelwissenschaft aufgeworfenen Fragen zustehen sollte. Daß diese Entscheidungen konservativster Natur sind, daß nur in untergeordneten Fragen eine gewisse Freiheit der Meinungen gewahrt ist, berührt uns hier nicht. Ausschlaggebend ist die kreilich grade hierin verborgen liegende Anerkennung des An- spruchs, daß sich die Wissenschaft mit dem Buch der Bücher unter Anwendung ihrer eigenen Maßstäbe beschäftigen darf, denn darin liegt die Anerkennung des Historismus. Immerhin kann sich die katholische Kirche allen gefährlich scheinenden Folgerungen dieses Historismus unschwer entziehen.

Schwieriger ist die Lage des Protestantismus. Er steht ohnehin im Verdacht, durch sein bloßes Dasein die Vor- bedingungen zum Anthropozentrismus und somit zum Historis- mus geschaffen zu haben, der dann seiner Herr geworden zu sein sich rühmen möchte. Es hilft ihm auch nicht, daß gerade in seinem Schoß noch heute Richtungen und Strebungen vor-