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mehr oder weniger kläffender Hunde auf einen losfährt. Selbst im Kreis der Historiker scheint das Wort verpönt werden zu sollens), von den Theologen nicht zu reden). Am liebsten schlüge man die Arme mit Keulen tot, wie es einst die jungen Genies bei Nicolai versuchten. Wie diese, sieht man nur die Versandung; von dem Sturm, der reinigend zuvor über die Lande fuhr und freilich auch die Versandung im Gefolge hatte, will man nichts wissen. Ich möchte mit meinem Werturteil zurückhalten, denn es gilt für unseren Zusammenhang zunächst, die Tatsachenfrage bestimmt zu stellen und womöglich ebenso bestimmt zu beantworten: worin hat die Historisierung unseres Denkens über den Menschen, seine Kultur und seine Werte unsere Auffassung des Christentums als geistesgeschichtliche Erscheinung und damit auch unser Glaubensleben entscheidend beeinfußt?
Für den Betrachter des Christentums ist die Historisierung in einem Worte beschlossen, und dieses Wort heißt Bibel. Wir versetzen uns drei Jahrhunderte zurück. Was sehen wir? Wir sehen eine Menschheit, die nicht nur in ihren religiösen Bedürfnissen, sondern auch in ihrem Weltbild und in ihrer Weltanschauung bestimmt ist durch den Wortlaut eines heiligen Buches, das die Offenbarung Gottes an die Menschheit in sich schließt. Es ist dabei gleichgültig, ob dieses Buch nur einem kleinen Kreis auserwählter Diener Gottes zugänglich gemacht ist oder ob man es allen Christgläubigen in die Hand gibt. Es ist auch gleichgültig, ob man die Summe dessen, was der Christ zu glauben hat, auf das beschränkt wissen will, was sich un- mittelbar aus dem heiligen Buch ableiten läßt, oder ob man dogmatische Festsetzungen der Kirche oder gar theologische Lehrmeinungen in diesen Kreis hineinzieht: denn auch da, wo man konfessioneller und interkonfessioneller Verhetzung durch möglichstes Zurückschneiden des Glaubensnotwendigen steuern möchte, ist man sich darüber einig, daß für das Glau- bensnotwendige der Wortlaut der Bibel maßgebend bleibt. Ob Katholik oder Lutheraner und Calvinist, ob Spiritualist, Ratio- nalist, Humanist, ob Kirche oder Sekte, in diesem Punkt sind sie sich alle einig. Sie alle sind Biblizisten; für sie alle ist die Bibel als Wort Gottes die erschöpfende, die einzige Norm der Offenbarung.
Und damit normiert die Bibel auch Weltbild und Welt-


