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der IV. Ekloge). Es auch hier so zu verstehen, ist— das möchte ich, abweichend von meinem Prophetenkommentar S. 1II f. aussprechen— doch das Nächstliegende. Wie in Vergils IV. Ekloge das Kind, das den neuen Kon bringt, als„decus aevi“ oder in Sib. III, 785 ff. als
„SD Y οοον d,ο)αονeν So wird es hier mit dem ganz entsprechenden gr
Appo in der ersten Zeile und DoD iz? in der zweiten Zeile als „Zierde und Glanz“„als Hoheit und Schmuck“ derer, die den neuen Kon erleben, bezeichnet. Das ist ganz ähnlich wie Jes. 28, A4, wo es von Jahve selbst, also auch von einer person, heißt, daß er„der schmückende Stirnreif und das prunkvolle Diadem für den Rest seines Volkes“ sein werde. Der Messias wird Jes. U, 2 einerseits als der„Spross Jahves“(Vergil sagt ähnlich: magnum Jovis inere— mentum), andererseits aber(in dem parallelen 2. Halbvers) als„Frucht der Erde“ bezeichnet. Der uralte Gedanke von einer Ehe des Gottes mit dem Lande, deren Frucht der Urmensch(oder der Mensch des neuen Kon) ist, im Munde Jesaias natürlich nur ein bildhaft ge- meinter Nachhall, lebt auch in diesen Messiasnamen. Für Jesaja hat ihre Nebeneinanderstellung gewiß nur noch die Bedeutung wie oN Dy und
Ma-, daß Göttliches und Menschliches im Wesen dieses Weltenkö— nigs vereinigt sind. Die alte Kirche hatte so unrecht nicht, wenn sie die communicatio idiomatum hier angedeutet fand.
42) In aller Kürze und nur als Thesen, die ich in anderem Zu- sammenhang ausführlich zu erörtern hoffe, möchte ich hier das Fol gende aussprechen:
1. Alteste mythische Betrachtungsweise erwacht, wo der Wechsel von Tag und Nacht, weiter der Wechsel der Jahreszeiten in einem Volke erstmalig bewußt und mit dem Erstaunen vor dem darin sichtbaren Walten überirdischer Mächte wahrgenommen werden; das heißt aber mit dem Aufmerksamwerden auf die Erscheinungen des gestirnten Himmels.
2. Diese mythische Betrachtungsweise, die Sonne und Finsternis, sowie die Mächte des Vegetationswechsels als lebendige Wesen anschaut, drängt zum Festkultus, zum„schöpferischen Drama“. Indem man das Handeln dieser Mächtigen auf führt, wird man seiner Wirkungen teil- haftig, hilft man, daß sich dieses Handeln ungehemmt vollzieht.
3. Wenn nun aber der Zeitpunkt kommt,— und er kommt wie im Leben jedes Menschen so in der Entwicklung jedes Volkes früh— wo die kindliche Beseelung der Natur und damit auch das im Kultus mögliche Miterleben des Dramas nicht mehr gelingt, dann wird die„mythische Anschauung' in die Vergangenheit präjiziert. An Stelle der Spiele, die das Erleben und Handeln der Götter abbilden, tritt die Erzählung von Göttererlebnissen in der Urzeit. Unter dem Eingangswort„Es war einmal“ wird die mythische Anschauung zum Mythos(wie die dämo— nistische Anschauung zum Märchen). So wird aus dem mythischen Sprechen von Sonnenaufgang und Frühlingsanbruch die Kosmogonie.


