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dort wird erst recht die Tätigkeit des Einzelnen ihre Bedeutung haben und schliesslich in manchen Fragen überhaupt den einzigen Weg bilden, der zum Ziele führt. Schon in rein technischen Fragen, bei der Vermeidung mancher sehr verbreiteter ansteckender Krankheiten, zu deren Verhütung gesetzliche und Fürsorgemass- nahmen nicht ausreichen, müssen wir an die hygienische Erziehung und Selbster ziehung appellieren. Wenn es 2. B. erst einmal als ebenso unanständig gelten wird, jemanden anzuhusten, wie es schon heute verpönt ist, auf den- Boden zu spucken, und wenn solche Grundregeln einer hygienischen guten Kinderstube in den allgemeinen Besitz des Volkes übergegangen sein werden, so würde dadurch allein schon der Verbreitung solcher Krankheiten wie Grippe oder Lungentuberkulose mächtig Einhalt geboten. Um wieviel mehr ist erst das zielbewusste hygienische Handeln in denjenigen Fragen einzuschätzen, in denen es auf sittliche Forderungen ankommt. Hier steht an erster Stelle die grundsätzliche Unterlassung jedes ausserehelichen Geschlechtsverkehrs, im Hinblick auf die ausserordentlichen, im Volke viel zu wenig bekannten Gefahren der Geschlechtskrankheiten und auf die schweren sozialen und sittlichen Schäden, die mit der Prostitution und mit dem unehelichen Kinde den Einzelnen und das Volksganze bedrohen. Wir sind uns bewusst, hier ein Gebot aufzustellen, das unzählige Male übertreten wird, aber wie der Münchener Arzt Siebert(zitiert bei R. Paas ch is) in einem vor Studenten gehaltenen Vortrag erklärt:„Ein Ideal bleibt als sitt— liche Forderung bestehen, ob viele die Kraft haben ihm nachzu— kommen oder verschwindend wenige“ und weiterhin„es ist weniger schlimm, dass gewisse Dinge getan, als dass sie gebilligt und für gleichgültig gehalten werden“. Aber mehr noch, die ganze Gestaltung des persönlichen Lebens sollte unter dem Zeichen hygienischer Erkenntnis stehen. Die berechtigte Lebens- freude und Erholung von der Arbeit sollte nicht, wie heute leider nur allzuoft, in Trunk und anderen schädlichen Genuss- mitteln, in schalen aufreibenden Vergnügungen, im stets unbefrie- digten Taumel von Begierde zu Genuss bestehen, sondern die Freude sollte gesucht werden in der Gesundheit, in Natur und Kunst und in der Familie. Und endlich, der innerlich erneuerte Mensch strebt über sich selbst hinaus und will in seinen Kindern sich selbst neu, ja höher hinauf gestalten. Durch ernste Selbst- prüfung und bewusste Auslese bei der Eheschliessung wird dieses


