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seines Verdienstes wertbeständig anzulegen und ihm erst bei Gründung einer Familie als Grundstock für seinen Haushalt auszuhändigen. i

Eine sehr wichtige Aufgabe in der gesetzlichen Fürsorge für die Familie ist die Wohnungsfrage, wobei ich gar nicht die gegenwärtigen, durch jahrelanges Darniederliegen der Bau- tätigkeit entstandenen Ausnahmezustände im Auge habe, sondern nur von den Verhältnissen vor dem Kriege sprechen will, von einer Zeit, da wir noch ein mächtiges, wohlhabendes Volk waren und jährlich 6 Milliarden Goldmark an Ersparnissen zurücklegten, 4 Milliarden Goldmark für Alkohol und Tabak verausgabten und unser Fleischverbrauch von 1871 bis 1913 um etwa 80%, d. h. selbst über den Bedarf des als besonders starker Fleischkonsu ment bekannten Engländers gestiegen war. Wie stand es aber mit den Wohnungsverhältnissen? In Berlin hauste schon vor dem Kriege fast die Hälfte der Bevölkerung in Wohnungen, die nur ein oder auch gar kein heizbares Zimmer hatten, und in anderen Grosstädten Ost- und Mitteldeutschlands war es noch schlimmer. Wenn man bedenkt, dass in einem einzigen Raume 6 und mehr Personen zusammengedrängt wohnten, mit der Familie zusammen häufig noch Schlafburschen oder weibliche Untermieter, wenn man sich vorstellt, dass die Kinder unter solchen Verhält nissen notgedrungen Zeugen von Vorgängen werden mussten, die nicht vor ihre Augen gehören, so wird man verstehen, dass jeder Sinn für Häuslichkeit, Reinlichkeit, Ordnung und Sitte er- stickt, der Mann dem Trunke, die Frau der Verzweiflung oder der vollständigen Gleichgültigkeit, die Tochter häufig genug der Prostitution in die Arme getrieben wurde und solche Wohnungen die Brutstätte der sozialen Unzufriedenheit und Verbitterung werden mussten. Wie aber hatte J. G. Fichte in seinemgeschlos- senen Handelstaat schon 100 Jahre vorher gesagt?Es sollen erst alle satt werden und fest wohnen ehe einer seine Wohnung verziert, erst alle bequem und warm bekleidet sein ehe einer sich prächtig kleidet. Man wende ja nicht ein, dass die geschilderte unheilvolle Entwicklung des Wohnungswesens infolge der zu- nehmenden Industrialisierung Deutschlands unvermeidlich gewesen sei; denn im Westen unseres Vaterlandes und besonders in Eng- land trotz seiner viel weiter fortgeschrittenen industriellen Entwick- lung liegen die Verhältnisse ungleich günstiger; dort herrscht die Klein wohnung bezw. das Ein- oder Zweifamilienhaus und sind