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bunden sind, zu erreichen, nur sehr langsam und unsicher zum Ziele führt. Soweit unsere Kenntnis von der Ursache und den Bedingungen einer Gesundheitsschädigung reicht, soweit geht auch die Möglichkeit ihrer Verhütung; fehlt diese ursächliche Erkenntnis, wie 2. B. leider noch immer beim Krebs, an dem jahr- aus, jahrein in Deutschland fast 50 000 Menschen, oft noch in voller Erwerbskraft, dahinsterben, so fehlt uns jede Möglichkeit der Verhütung des Leidens und bleibt nur die möglichst früh zeitige Behandlung übrig, die ja glücklicherweise mehr und mehr dauernde Heilungen aufweist. So sehen wir, dass die Erfolge der vorbeugenden Hygiene nur möglich sind, weil sich die praktische Gesundheitspflege aufbaut auf einer theoretischen Gesundheitslehre, wie sie in Deutsch- land zuerst um die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch M. v. Pettenkofer experimentell begründet und insbesondere auf dem Gebiete der Erforschung der Seuchenerreger durch R. Koch und seine Schule in grossartiger Weise ausgebaut worden ist. Dass diese auf sicherer theoretischer Grundlage beruhenden praktischen Massnahmen der Hygiene nicht nur erfolg- reich, sondern auch meist mit verhältnismässig geringen Mitteln durchführbar sind, das beruht darauf, dass sie wie eine zweck mässig konstruierte Maschine nach dem Grundsatz des kleinsten Kraftaufwandes geschaffen sind: im kleinsten Punkt die grösste Kraft entfalten und alles überflüssige Beiwerk fortlassen! So ist denn die Durchführbarkeit der hygienischen Mass- nahmen auch in Zeiten notgedrungener knappster Sparsamkeit gewährleistet, und ein Abbau auf diesem Gebiete wäre direkt verhängnisvoll, weil er sehr bald einen unübersehbaren Schaden nicht nur für die Volkswohlfahrt, son- dern auch auf finanziellem Gebiete zur Folge haben würde. Ad. Gottstein), der Leiter des Preuss. Gesundheitswesens, hat über diese heute besonders aktuelle Frage kürzlich eine sehr interessante Studie veröffentlicht; nach seinen Angaben beträgt der Anteil der Ausgaben für öffentliche Gesundheitspflege im preussischen Staatshaushalt nur ½ Prozent und nimmt im Haus haltplan grosser Gemeinwesen(ausschliesslich Krankenhäuser) nur etwa dieselbe Stelle ein wie z. B. der Unterhalt von Schmuck-

) A. Gottstein. Wirtschaftlicher Abbau und Volksgesundheit. Klini- sche Wochenschrift 1023. Nr. 48.