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früher diese an sich schon für die Zukunft unseres Volkes ausser- ordentlich bedenkliche Erscheinung des Geburtenrückgangs im wesentlichen bedingt war durch einen auf persönlicher Selbst sucht beruhenden Mangel des Willens zum Kinde wir haben leider auch darauf noch später zurückzukommen, ist in der letzten Zeit das direkte Verbrechen gegen das keimende Leben in einer Weise hervorgetreten, dass man an der gesundheitlichen und sittlichen Zukunft unseres Volkes schier verzweifeln könnte. Von berufenster Seite, von dem Direktor der Berliner Universitäts-Frauenklinik E. Bumm), ist vor einigen Wochen in einer Veröffentlichung, die wie ein Notschrei wirkt, darauf hingewiesen worden, dass heute in grossen Städten in einem Drittel bis zur Hälfte aller Fälle von werdender Mutter schaft, in Berlin allein in 20 000 Fällen im Jahr, im ganzen deut- schen Reich in mehreren Hunderttausenden von Fällen, das keimende Leben vorsätzlich vernichtet wird, und dass auch Tausende werdender Mütter selbst dabei elendiglich zu Grunde gehen. Wenn diesesVerbrechen gegen die Gesundheit der Frauen, gegen die Natur und gegen die Zukunft des Volkes, wie es von Bumm richtig gekennzeichnet wird, so überhand nimmt, so ist das freilich nicht allein die unmittel- bare Folge der bitteren Not, sondern auch des Verfalls der Ehrfurcht vor der Mutterschaft, der durch gewisse, ganz offen ausgesprochene Tendenzen in unheilvollster Weise beför dert wird; besteht doch in gewissen Kreisen die Absicht, an die gesetzgebenden Körperschaften mit Anträgen heranzutreten, die eine straflose und kostenfreie Vornahme dieses Eingriffs in staat- lichen Anstalten auf den blossen Wunsch der betr. Interessenten hin zum Ziel haben! Es war nicht zu viel gesagt, wenn ich vorhin es aussprechen musste, dass wir bei der Betrachtung der Krankheit unseres Volkes in ein Inferno hineinzuschauen hätten; manch anderes verbirgt sich noch dort, die Zunahme der Häufigkeit der Geschlechts krankheiten, die Schädi gung und Verwahrlosung der heranwachsenden Jugend u. a. Wir dürfen an diesen Abgründen nicht verschlos senen Auges vorübergehen; jeder im Volke müsste wissen, wie es um uns steht und welche Gefahren uns bedrohen. Man hat unsere gegenwärtige traurige Lage verglichen mit ähnlichen Zeiten

) E. Bumm. Münch. medizin. Wochenschrift. 14. Dezember 1023.