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das den einzigen Orientierungspunkt ihrer Kunst darstelle. Es bedarf keines Hinweises, dass diese Aufgabe zu eng umschrieben ist und dass der ganze Mensch mit allen seinen körperlichen, geistigen und sittlichen Kräften das Ziel der Gesundheitspflege sein muss. Aber gerade dass dieser Ausspruch aus dem Munde eines der Medizin fernerstehenden Gelehrten kommen konnte, das muss uns doch zu denken geben, denn es könnte den An schein erwecken, als spiegelten diese Sätze die Meinung weiterer Kreise wieder. Wir sehen hier jene Uberschätzung des tech- nischen Momentes, die sich damals auch auf anderen Gebieten verhängnisvoll bemerkbar gemacht hatte. Wenn uns gerade die neuere Entwicklung der Hygiene immer mehr die Bedeutung dernsittlichen Forderungen auch auf diesem Felde mensch- licher Betätigung für die Gesunderhaltung und Höher bildung des normalen Volkskörpers geszeigt hat?), um Wieviel mehr gilt dies erst für die Wiedergesundung, für die Erneuerung des kranken deutschen Volkes! Als vor einem Jahrhundert in einer ähnlichen Zeit des Zusammenbruchs wie der heutigen, J. G. Fichte seineReden an die deutsche Nation hielt, da wurde er nicht müde, seinen Zuhörern einzu schärfen und es bis zuletzt zu wiederholendass euch durchaus nichts helfen kann denn ihr euch selber und weiter:Lasset immer die Bestandteile unseres höheren geistigen Lebens ebenso ausgedorret und eben darum auch die Bande unserer National- Einheit ebenso zerrissen und in wilder Unordnung durcheinander zerstreut herumliegen wie die Totengebeine des Sehers;... der belebende Odem der Geisterwelt hat noch nicht aufgehört zu wehen. Er wird auch unseres Nationalkörpers erstorbene Gebeine ergreifen und sie aneinander fügen dass sie herrlich dastehen in neuem und verklärten Leben.

Aber bevor wir jenes Land der Verheissung erschauen, ja bevor wir die steilen Pfade auf dem Berg der Reinigung betreten dürfen, muss ich Sie noch einmal hinabführen in das Inferno der Verheerungen, die in unserem Volke durch die letzten Jahre an- gerichtet worden sind und die sich voll und ganz erst dem Blicke des Arztes entschleiern. Manche besorgniserregende und

) Vergl. insbesondere Walter. Die Sozialhygiene in ihrem Verhältnis zur Weltanschauung und Ethik. Sozialhygienische Abhandlungen Nr. 5. (Karlsruhe i. B. C. F. Müller) 1921.